Chronik Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Mittwoch, 11. Oktober 2006 um 17:14
 
 

Bataillonsvorstände des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen 1920 e.V.

         

Jahr

Vorsitzender

2. Vorsitzender

Geschäftsführer

Schatzmeister

1920 Herrmann Gräfer Theodor Löker Wilhelm Schäfer Josef Geilich
 
1926 Fritz Gördes
 
 
1952 Karl Fuchs Wilhelm Rehme Heinrich Mennebröcker August Preuthen
 
 
1975 Franz Jochheim Aloys Freickmann Rudi Vogel Heinz Pehl
 
 
1984 Peter Neises Paul Canibol Bernd Sobek Bernd Wachtmeister
 
1990 Alfred Rehme Otto Schwab
 
1993 Norbert Ahlmann
 
1999 Norbert Ahlmann Harry Emrich Otto Schwab
 
2002 Otto Schwab Dieter Maslanak Harry Emrich
 
2011 Christian Vogel
 
2014 Helmut Sandforth †
2016  Andeas Röse †
2017 Norbert Ahlmann           ------------ Christian Vogel Harry Emrich
         

 
 
Chronik des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen 1920 e.V.
 
 

 

1920

1921 1922 1925 1926 1927-1928 1930-1932 1933-1935 1936-1951 1952-1955
1968-1969 1970-1971 1972-1974 1975-1976 1977-1978 1979-1980 1981-1982 1983-1984 1985-1986 1987-1988
1989-1990 1991-1992 1993-1994 1995-1999 1999-20002001-2002 2003-20042005- 20062007-2008

2009-2010   

    2011-2013       2014-2016    
 
Anno 1920
 
lm Jahre 1920, kurz nach dem verlorenen Krieg, ist die politische Lage in Deutschland äußerst verworren: Der Versailler Vertrag ist soeben in Kraft getreten, der Kapp Putsch (von rechts) kann nur durch einen Generalstreik (von links) vereitelt werden, im Reich gibt es eine Hungersnot usw., aber im Ruhrbergbau gibt es die ersten Betriebsratswahlen und es entstehen die ersten, noch heute so beliebten Trinkhallen und Selterbuden.

Vor diesem Hintergrund treten die vier tatkräftigen Eigener Bürger Hermann Gräfer, Theodor Löker, Wilhelm Schäfer und Josef Geilich auf den Plan und stellen fest: "Der Eigen braucht einen Schützenverein!" Denn was die Welheimer 1910 konnten. können die Eigener schon lange.

Am 16. September 1920 laden sie die Eigener Bürger mittels einer Anzeige in der "Bottroper Volkszeitung" ein in die Gaststätte Wittstamm "betreffs Gründung eines Bürger-Schützen-Vereins".

Und der Erfolg gibt Ihnen recht: Am 21. September 1920 meldet die Zeitung:

"Der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen ist am 19.ds. Mts. gegründet worden". Die Ziele des Vereins wurden in der Gründungsversammlung überzeugend dargestellt: "Der Verein hat das Bestreben, nach den langen, harten Kriegsjahren das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit zu heben und zu pflegen, sowie die Eintracht in der Bürgerschaft zu fördern und zu festigen".

In den Eigener Gaststätten werden Annahmelisten ausgelegt. Die Anmeldungen sind so zahlreich, das gleich drei Kompanien gegründet werden können, wovon eine aus Bürgern der Stadtmitte besteht.

zum Seitenanfang

 

Anno 1921
 
Schon 1921 errichtet der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen hinter den Anlagen des Gastwirtes Fahnenbruck an der Dorstener Straße einen eigenen Schießstand. Der Maler Max Albers gestaltet die erste Vereinsfahne, welche dann beim ersten Schützenfest im Juli feierlich geweiht wird. (Nach dem Krieg wurde diese Fahne von den Alliierten beschlagnahmt).

Albert I. Baajins und Frieda I. Trog sind unser erstes Königspaar. Das Festprogramm, der gelungene Ablauf des Festes und auch die Fahnenweihe finden in der Bottroper Volkszeitung ausführliche Würdigung.

1921 gründet sich auch der BSV Bottrop-Lehmkuhle. Der erste Vorsitzende ist Schützenoberst Karl Luckey.

zum Seitenanfang

 

Anno 1922
 
Wie in der Gründungsversammlung beschlossen, findet 1922 das nächste Schützenfest des BSV Eigen statt.Termin ist der 27. bis 30. Mai, wobei am vierten Tag die Mitglieder mit deren Damen das Fest mit einem gemütlichen Beisammensein im Festzeit ausklingen lassen. Natürlich vvird vorher auf dem Schießplatz bei Fahnenbruck fleißig geübt. So berichtet die Bottroper Volkszeitung ausführlich über die letzte Übung am 23. Mai: "Das Königspaar war sichtlich beeindruckt von der strammen Haltung und der guten Führung der einzelnen Kompanien"

Die Königin begnadigt die Bestraften des Regimentes und übergibt die Verletzten dem neu ernannten Stabsarzt zur liebevollsten Pflege, während sich das Regiment am Freibier labte.

Die Königswürde erringt am Montag der Kaufmann Wilhelm I. ter Horst, seine Königin wird Frau Schreinermeister Maria I. Hötten,

Am 13. August gründet der BSV eine vereinsinterne Sterbekasse damit in diesen schweren Zeiten den Hinterbliebenen beim Ableben eines Mitgliedes zur Bestreitung der Begräbniskosten eine erhebliche Unterstützung gewährt werden kann.

1922 beschäftigt sich Dr. Aloys Dickmann erstmals laut mit der Eingemeindung von Kirchhellen und begründet ausführlich die historische und natürliche Zusammengehörigkeit; übrigens beträgt der Etat der Stadt Bottrop 145 Millionen Mark. In diesem Jahr wird Emil Zatopek geboren und der Ruhrbergbau hat 544 961 Beschäftigte (1995 sind es noch ca. 70000).

zum Seitenanfang

 

Anno 1923
 
1923 hat der BSV Eigen über 600 Mitglieder, das Vereinsleben ist überaus rege mit Preis- und Übungsschießen, Ausmärschen und Versammlungen, aber zu einem Schützenfest kommt es beim BSV Eigen nicht. So bleiben Wilhelm I. ter Horst und Maria I. Hötten auch 1924 und 1925 in Amt und Würden.

1923 besetzen Belgien und Frankreich das Ruhrgebiet und kontrollieren sogar die Brieftauben; in Deutschland wird zum ersten Mal Muttertag gefeiert und die Inflation steigt.

zum Seitenanfang

 

Anno 1925
 
1925 startet der BSV Fuhlenbrock unter Schützenoberst Funke mit zwei Kompanien ins Vereinsleben und auch der BSV Batenbrock gründet sich unter dem Vorsitzenden Bernhard Blesing.

Dadurch sind in Bottrop mehr als 1500 aktive Schützen organisiert und folgerichtig kommt es im Herbst zum Zusammenschluss der Vereine zum "Schützenbund Bottrop", dem heutigen "Ortsschützenbund". Große Verdienste erringen sich hierbei die Schützenhauptleute Heinrich Massenberg (BSV Welheim) und H. Nolte (BSV Lehmkuhle), die dann auch zum Vorsitzenden bzw. Geschäftsführer gewählt werden. Um die Schützen enger miteinander zu verbinden soll jährlich ein Bundesschießen veranstaltet und eine Bundeswanderkette ausgeschossen werden.?

1925 werden auch die Westfalenhalle in Dortmund und das Deutsche Museum in München eingeweiht und zum ersten Mal spielt Duke Ellington in Deutschland - die "wilden Zwanziger" sind in vollem Gange.

zum Seitenanfang

 

Anno 1926
 
1926 veranstalten die Eigener ihr drittes Schützenfest. Am 16. Mai befiehlt der Oberst dem Regiment: "Antreten zum Exerzieren!" Um die Schützen zur Teilnahme zu 'überreden', gibt es anschließend Freibier. Das Schützenfest, aus dem Franz I. Elvermann und Maria II. Stöckmann als Königspaar hervorgehen, verläuft unter starker Beteiligung der Bürgerschaft sehr erfolgreich, wenn auch der für den Sonntag geplante Festzug des strömenden Regens wegen ausfallen muss.

Die Generalversammlung des BSV Eigen verabschiedet die erste Vereinssatzung. Diese enthält auch die Satzung der Sterbekasse, die aber bei der Neugründung des BSV 1952 nicht wieder ins Leben gerufen wurde. Der Vorstand besteht jetzt aus den Herren Hermann Gräfer (1. Vorsitzender), Fritz Gördes (1. Schriftführer). Theodor Löker (2. Vorsitzender), Wilhelm Rehme (2. Schriftführer) und Josef Geilich (Schatz-meister).

Am 8. August 1926 findet auf den Schießständen des Welheimer Vereins bei Küpper-Bergfort das erste Bundesschießen statt. Die Leitung hat der Schützenoberst Gräfer vom BSV Eigen, weil der Vorsitzende Herr Massenberg das 7. Schützenfest der Welheimer durchzuführen hat. Die beste Gesamtleistung erzielt der BSV Batenbrock, Hauptmann Darnbusch, als bester Einzelschütze, ist erster Träger der Bundes-wanderkette.

Bis zum 2. Weltkrieg erringt der BSV Eigen die Wanderkette dreimal, die Jungschützen schaffen das sogar dreimal hintereinander.

Im Herbst wird Schützenoberst Funke (BSV Fuhlenbrock) zum Bundesvorsitzenden gewählt.

zum Seitenanfang

 

Anno 1927-1928
 
1927 haben sich die Aktivitäten der Bottroper Schützenvereine eingespielt. Mit Rücksicht auf die nicht gerade rosigen Zeiten hatte der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen seine Statuten geändert: künftig soll nicht mehr alljährlich ein Schützenfest gefeiert werden, sondern die Generalversammlung muss jährlich neu darüber beschließen.

Statt dessen feiert man die Fertigstellung des Hengstey-Stausees, des Hindenburg-Dammes nach Sylt und des Nürburg-Ringes, und die Geburt von Hans-Dietrich Genscher und Fidel Castro und Charles Lindbergh's Alleinflug quer über den Atlantik.

In Essen findet 1928 die erste Lichterwoche statt, der "Eiserne Gustav" startet von Berlin nach Paris, wo bei den Olympischen Spielen zum ersten Mal auch die Frauen starten dürfen.

zum Seitenanfang

 

Anno1929
 
1929 friert der Rhein bei Duisburg für mehrere Wochen zu, die GRUGA öffnet Ihre Pforten und Opel wird verkauft an General Motors.

Der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen feiert sein 4. Schützenfest, in Verbindung mit dem 4. Bundesfest ( Bisher wurde in der Vereinsgeschichte dieses Schützenfest dem Jahr 1932 zugeordnet). Vorbereitet wird das Fest durch drei Übungsschießen, und zwar am 2. - 15. und 30. Juni, sowie durch das Bundesschießen auf den Schießständen des BSV Eigen vom 23. bis 29 Juni. Das Ergebnis des BSV Eigen beim Bundesschießen ist nicht überliefert, als Gewinner der Bundeskette nennt die Zeitung den BSV Hubertus (Batenbrock).

Das Bundesfest findet vom 6. bis 8. Juli 1929 auf dem Grundstück der Witwe Theodor Wittstamm, Kirchhellener Straße, in einem riesengroßen Festzelt statt. Wegen des schlechten Wetters kann das Programm am Samstag nicht in der Weise durchgeführt werden, wie es wünschenswert gewesen wäre: "Als aber die Königspaare unter Führung des Schützenobersten Funke die Front abgeschritten hatten, setzte ein derartiger wolkenbruchartiger Platzregen ein, das alles schleunigst in das schützende Zelt floh". Dennoch herrscht im Festzelt eine ausgezeichnete Stimmung, wie sie bei den Schützenfesten des Eigen immer üblich war. Grau und verdrießlich erwacht auch der Montag, in dessen Mittelpunkt das Königsschießen steht.

Mehrmals scheint es, als könne auch heute das Programm nicht wie geplant abgewickelt werden, aber als zum Sammeln geblasen wird, finden sich die unentwegten Schützen vollzählig ein, tragen unter Trompeten-Geschmetter den Vogel zum Schießplatz und beginnen ohne zu zögern mit dem friedlichen Kampf um die Königswürde. Nach mehrstündigem Gewehrfeuer gelingt es schließlich dem Schützenmajor Fritz Gördes mit einem wohl gezielten Schuss die arg zerzauste Masse von ihrem Platz zu fegen. Kurze Zeit später verkündet der Schützenoberst die Wahl von Frau Schulte-Mattler zur Königin, so das für die nächsten Jahre Fritz I. und Franziska I. das Zepter im Eigener Schützenverein tragen. Laut Bottroper Volkszeitung erfreute sich der Krönungsball als Abschluss des 4. Eigener Schützenfestes eines reichlichen Zuspruches bei jung und alt'.

zum Seitenanfang

 

Anno 1930-1932
 
1930 wird mit Max Schmeling zum ersten Mal ein Deutscher Box-Weltmeister, der erste Fußballweltmeister der Sportgeschichte wird Uruguay.

1931 findet im Eigen kein Schützenfest statt. Da tröstet es wenig, das in Großbritannien künftig Sportveranstaltungen am Sonntag erlaubt sind und das die deutsche Zigarettenindustrie mit der Fünf-Tage Woche überrascht.

Das Jahr 1932 wird auch nicht besser. Zwar wird der Ruhrschnellweg von Duisburg bis Unna fertig gestellt, aber die Arbeitslosigkeit erreicht einen Höhepunkt - in Bottrop liegt die Quote bei 36.5 %. Das gibt der Reichsregierung hinreichend Grund, ihre Wahlversprechen zu vergessen und die Bürger mit einer neuen Beschäftigungssteuer zu belasten, welche sie schamhaft "Abgabe zur Erwerbslosenhilfe" nennt.

(Heute heißt sie etwas vornehmer "Arbeitslosen-Versicherung".)

Am 18. Juli 1932 verbietet der Reichsminister des Innern alle Versammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge. Glück hat hier noch der BSV Welheim: Gerade drei Wochen vorher haben die Welheimer ihr diesjähriges Schützenfest gefeiert, aber "wegen der Not der Zeit' nicht im historischen Rahmen, sondern reduziert auf einen Tag. Den Lehmkuhlem ergeht es nicht anders. Der BSV Eigen hält sich bedeckt, keine Zeitung berichtet über irgendwelche Aktivitäten. Auch am Bundesschießen im August haben die Eigener nicht teilgenommen. Hier siegt Welheim vor Hubertus, Batenbrock, Bottrop, Fuhlenbrock und Lehmkuhle. Und das laut früherer Berichte in diesem Jahr angesiedelte Schützenfest hat ja bereits 1929 stattgefunden.
 

 

Anno 1933-1935
 
1933 geht in Kopenhagen die erste Fußgängerampel der Welt in Betrieb, eine Rundfahrt auf dem Baldeneysee kostet 20 Pfennig. In unserem Land übernimmt die NSDAP die Macht. Das Ende der Demokratie der Weimarer Republik beginnt mit dem Verbot aller politischen Parteien (mit einer Ausnahme) und der "Gleichschaltung" aller Vereine. Von nun an dient die Mitgliedschaft in einem Verein nicht mehr dem Privatvergnügen, sondern "Führer, Volk und Vaterland".

Wie viele andere Städte bietet auch Bottrop "Seiner Excellenz dem Herrn Reichskanzler, Adolf Hitler, Berlin," die Ehrenbürgerschaft an - Seine Excellenz nehmen gnädigst an.

Wie schon von anderer Seite beklagt, sind aus dieser Zeit viele Unterlagen verschwunden. Der Chronist hat dennoch herausgefunden, daß das bisher dem Jahre 1934 zugeordnete Schützenfest des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen e.V. schon 1933 stattgefunden hat. Wir müssen also auch hier unsere bisherige Chronik berichtigen.

Am 12. Juli 1933 kündigt der "Bottroper Anzeiger" das 5. Schützenfest des BSV Eigen für den 22. bis 24. Juli an. Der Vorstand habe sich von dem Gedanken leiten lassen, dass nun nach einer Ruhepause von vier Jahren den Mitgliedern etwas geboten werden müsse.

Sonstige kleinere Festlichkeiten habe man immer abgelehnt, um alles für das Schützenfest zu sparen. Somit sei es möglich, daß trotz der niedrigen Vereinsbeiträge auf dem Eigen ein kleines, aber schönes Schützenfest gefeiert werden könne.

So klein ist es aber dann doch nicht geblieben, denn "Wenn auf dem Eigen gefeiert wird, dann sind alle dabei!" sagt der Bottroper Anzeiger vom 25. Juli 1933. " An allen drei Tagen wimmelte es in der Gegend des Festzeltes nur so von Kameraden." Alle genießen sie den traditionellen Festablauf mit Böllerschüssen am Samstagnachmittag, Konzert, Zapfenstreich und Festkommers am Samstagabend, Frühschoppen, Parade und Toten gedenken und den großen Festumzug am Sonntag.

Unter dem Jubel der begeisterten Menge setzten sich dann am Montag die Schützen in den Besitz der einzelnen Trophäen. Es schossen ab: Schütze Hertel die Krone, Majestät Fritz I. den Apfel, Schütze H. Dersen das Zepter, Hauptmann Steinmann den rechten und Regimentsadjutant Kappes den linken Flügel. Den Meisterschuss gab schließlich Karl Heeke ab und sicherte sich damit die Königswürde. Zur Königin erkor sich Karl I. die Ehefrau des Bäckermeisters Hermann Lohmann, Maria III.

Proklamation, Festzug, Parade und der Königsball beendeten das fünfte Schützenfest des Bürger-Schützenvereins Bottrop-Eigen, "das in allen Teilen einen harmonischen Verlauf nahm."

Im Juni 1934 nimmt der BSV Eigen auch wieder am Bundesschießen teil. Allerdings nicht mehr als selbständiger Verein, denn kurz vorher ist die "Gleichschaltung der Vereine" vollzogen. Die lose Arbeitsgemeinschaft des Bottroper Schützenbundes wird durch einen Gesamtschützenverein abgelöst. Die neun bisherigen Vereine werden zu Kompanien, je drei Kompanien bilden ein Bataillon und die drei Bataillone bilden das Regiment.

"So wird auch das Schützenwesen unserer Stadt straffer zusammengefasst".

Das Bundesschießen um den Wanderpreis der Stadt Bottrop - das wie immer vor dem Bundesschützenfest stattfindet - dauert wegen der Vielzahl der Teilnehmer sechs Tage und ist verbunden mit einem Ordensschießen. In beiden Wettkämpfen werden stehend aufgelegt mit der "Wehrmannbüchse" jeweils 3 Schuss auf die 100 Meter entfernte 12er Ringscheibe abgegeben. Der BSV Hubertus kann den Wanderpreis verteidigen vor Welheim, Lehmkuhle, Bottrop und Batenbrock. Der BSV Eigen landet auf dem vorletzten Platz, obwohl bei dem vorhergegangenen Ordensschießen hervorragende Ergebnisse erzielt worden waren. So waren zwei der vier Schützen, die die höchstmögliche Ringzahl von 36 erzielten, Eigener, nämlich Vöck und Gördes. Von den 25 Schützen, die 35 Ringe erreichten, gehörten immerhin neun dem BSV Eigen an, und zwar Schulte-Mattler, Alkämper, Ahmann, Terbort, Spielkamp, Schönfeld, Rohmann, Glöckner und Scheidgen.

(Die Vornamen sind leider nicht überliefert).

Das erste Bottroper Bundesschützenfest (7. bis 9. Juli 1934), das unter NS-Ägide durchgeführt wird, wird schon im Vorfeld zu Bottrops schönstem und größtem Heimat- und Volksfest hoch gelobt. So widmet die Bottroper Volkszeitung dem Schützenwesen und diesem Fest, das von dem neu gebildeten 1. Bataillon durchgeführt wird, in der Zeit vom 1, Mai bis zum 11. Juli allein 15 zum Teil mehrseitige Berichte, die schon aus Platzgründen in dieser Chronik keinen Platz finden, aber auch, weil der BSV Eigen als Mitglied des 3. Bataillons hierbei nur eine Statistenrolle spielt.

Bemerkenswert ist noch, das Schalke 1934 zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister wird und das Schützenversammlungen jetzt nicht mehr mit dem Schützengruß beginnen und enden...

1935 ist das Geburtsjahr von Elvis Presley, in der Türkei wird der Familienname eingeführt und in Deutschland erzeugt Hibernia in Gelsenkirchen zum ersten Mal Benzin aus Kohle. In allen Vereinen verschieben sich unter dem Druck der Partei mehr und mehr die Schwerpunkte und Zielsetzungen. Hauptzweck der Schützenvereine ist nun die Förderung der Schießfertigkeit und die Pflege alter Volksbräuche. Sicher sind diese Ziele in der Satzung des Bürger-Schützen-Vereins längst festgeschrieben, aber jetzt geht es eben nicht mehr nur um Sport und Geselligkeit.

zum Seitenanfang

 

Anno 1936-1951
 
Seit dem Jahre 1936 gibt es den VW-Käfer, zumindest als Prototyp.

Kein Mensch ahnt, das hieraus das meistverkaufte Auto der Welt werden wird.

Das Bundesschützenfest, das der Bürgerschützen-Verein Bottrop-Eigen gemeinsam mit dem BSV Batenbrock durchführt, steht ganz im Zeichen der Olympischen Spiele, die in Berlin stattfinden. Zum Zeichen der Verbundenheit der Bottroper Schützen mit den Olympischen Spielen und dem deutschen Sport wird zu Beginn des Schützenfestes neben der Reichsflagge auch die Olympische Flagge gehisst. Wie seit vielen Jahren üblich, wird das Fest am Samstagnachmittag durch Böllerschüsse angekündigt, dem sich ein Konzert und um 22 Uhr der große Zapfenstreich anschließen. Auch am Sonntagmorgen werden die Bürger von den Spielleuten durch das Wecken und durch Böllerschüsse darauf aufmerksam gemacht, das sich im Eigen etwas tut. Trotz des ungünstigen Wetters (sprich: Regen) hat sich eine ansehnliche Menge Menschen eingefunden, um den Aufmarsch des gesamten Bottroper Schützenregimentes auf der Kirchhellener Straße zu sehen. Auch der alte Essener Schützenverein von 1390 nimmt an der gesamten "Sonntagsfestlichkeit" teil. Als Gäste kann Oberst Funks begrüßen: den Ehrenbundesführer Oberbürgermeister Dr. Graf von Stosch, Kreispropagandaleiter Döll, Kreisamtsleiter Kaster, Gaujungschützenwart Dr. Becker aus Dortmund, Kreisleiter Pg. Kunz und das alte Königspaar von Welheim. Dr. Becker nimmt die Gelegenheit wahr, einen Wanderpreis für die Jungschützen zu stiften, den die Eigener auch prompt gewinnen. Bei der Siegerehrung des Bundesschießens sind die Eigener stark vertreten. Beim Einzelkampf um Schützenmedaillen erzielen Gräfer und Steinmann je 35 Ringe, Hartmann, Pehl, Heini Vöck, Sporkmann, Wittstamm und Glöckner 34 Ringe, Gr.-Wilde, Rüdel, Schrüllkamp, Boos und Fuchs 33 Ringe. Beim neu gestifteten Wanderpreis der Jungschützen belegen die Eigener den ersten und den dritten Platz, wobei Fritz Steinmann und Hermann Kuhn sowie Heini Kuhn und Karl Gernemann die besten Einzelergebnisse erzielen, den zweiten Platz belegen hier die Welheimer. Beim Wanderpreis der Stadt Bottrop belegen die Eigener mit Th. Allkemper als bestem Einzelschützen den dritten Platz und beim Wanderpreis des Bottroper Schützenbundes für die Altschützen mit dem besten Einzelschützen Schrüllkamp den zweiten Platz. Anschließend wie immer Tanz bis in den frühen Morgen.

Auch der Montag beginnt mit starkem Regen. aber dann besinnt Petrus sich eines Besseren. Der Vogel kann im Sonnenschein aufgezogen und zum Abschuss freigegeben werden. Schon beim ersten Schuss des Oberbürgsrmeisters fliegen die Splitter durch die Gegend, dann holt Kreisleiter Kunz ein Auge herunter. Nach dem dritten Schuss durch den Kreisamtsleiter sorgt Bundesoberst Funke für den ersten Tusch, er erobert sich die insgesamt dritte Krone seiner Schützenlaufbahn. Auch Franz I. von Welheim und Ortsgruppenleiter Middeweg legen auf den Vogel an, bevor die Batenbrocker und die Eigener Schützen ans Werk gehen, dem Königsvogel den Garaus zu machen. Schütze Jaroniah erringt das Zepter, Schütze Staude den Reichsapfel, die Schützen Spielkamp und Sofka je einen Flügel, 310 weitere Kugeln sind dann noch nötig, bis laute Böllerschüsse anzeigen, das der Bürger-Schützen-Verein Bottrop-Eigern einen neuen König hat. Schützenfeldwebel Johann Pehl ist der glückliche, der sich als Johann I. mit Ida I. die Frau des Gastwirtes H. Große-Wilde zur Königin erwählt. Natürlich nehmen die Schützen die Proklamation mit großem Beifall entgegen und bringen sogleich auf das neue Königspaar ein donnerndes "Gut Schuss" aus. Bundesführer Funke wünscht, das das neue Königspaar Johann I. und Ida I. ebenso huldvoll regieren möchte, wie die alten Majestäten, deren Herrschaft nun zu Ende ist. Mit einem prächtigen Festzug und einem Konzert setzt sich der Nachmittag fort, bis am Abend der große Krönungsball beginnt. Im Festzelt und im Saale Wittstamm gibt es viel Frohsinn' wie es von alters her auf den Bottroper Schützenfesten Sitte ist. Keiner kann zu diesem Zeitpunkt damit rechnen, das die Regierungszeit von Johann I. und Ida I. über 16 Jahre dauern wird.

zum Seitenanfang

 

Anno 1952-1955
 
Wir schreiben das Jahr 1952. Der zweite Weltkrieg und die Währungsreform sind überstanden, das Wirtschaftswunder bringt ersten bescheidenen Wohlstand und der Ruf nach wieder Gründung des Bürger-Schützen-Vereins Bottrop-Eigen wird immer lauter. Heinrich Steinmann vom Limberg, der immer noch amtierende 1. Vorsitzende, stellt sich trotz seines hohen Alters der Herausforderung und beruft im Februar die Mitglieder zu einer Versammlung ein, natürlich bei Wittstamm. Schon im März 1952 kann er stolz feststellen: "Der Stamm ist wieder da und wir wollen versuchen, die verlorene Zeit zu überbrücken. Es soll wieder wie einst der beste und größte Schützenverein Bottrops werden." Dazu ist sehr viel Einsatz nötig. Vereinsvermögen und Fahne sind verloren gegangen, die Schießstände bei Fahnenbruck müssen wieder aufgebaut werden - und das bei einem Beitrag von 1,00 DM im Monat. Aber der Einsatz lohnte sich: Am 1. Dezember berichten die Bottroper Zeitungen ausführlich über die von OB Wilczok im Beisein aller Brudervereine durchgeführte Fahnenweihe. Zwar ist es nur ein schmuckloses grün-weißes Tuch, das man an die gerettete Fahnenstange heften kann, aber die inzwischen mehr als 80 Mitglieder des BSV haben wieder ein Symbol. Auf dem wieder fertig gestellten Schießstand kann man auf 50 m kniend freihändig schießen und der BSV nimmt wieder am Toten Gedächtnisschießen teil.

1953 wird wieder ein kompletter Vorstand gewählt. Heinrich Steinmann, jetzt 77 Jahre alt, stellt sich nicht mehr zur Wiederwahl und wird spontan zum Ehrenoberst ernannt . Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Karl Fuchs, 2. Vorsitzender Wilhelrn Rehme, 1. Schriftführer Heinrich Menebröcker, 2. Schriftführer Karl-Heinz Illert. 1. Kassierer August Preuthen, 2. Kassierer Josef Vooren, Schießwart Hans Vöck. Die Kompanieführer sind Fritz Kaspar, Erich Schönfeld und Heinrich Werris.

Unter dieser Führung nimmt der BSV Eigen am Bundesschießen und am Städtewettkampf Bottrop-Essen teil und bereitet das erste Schützenfest nach 16 Jahren vor. Vom 25. bis 27. Juli ist es dann endlich soweit. Der Ablauf des ersten Nachkriegs- Schützenfestes richtet sich schon wieder nach der Tradition: Am Samstag Festball bei Wittstamm, am Sonntag gemeinsamer Kirchgang, danach Frühkonzert und um 18.30 Uhr Königsparade mit anschließendem Schützenball. Trotz teilweise wolken-bruchartigen Regens geht es am Montag ab 10 Uhr bei Wittstamm zünftig zur Sache und es passiert genau das, was absolut niemand will: mit dem ersten Ehrenschuss des MdL Budke fällt die Krone! Der Stimmung tut dies keinen Abbruch und das alte Königspaar Johann I. Pehl und Ida I. Große-Wilde klatscht begeistert Beifall, als

Kurt Holze den Kranz und Karl Brausewein den Kopf des Vogels als Andenken mit nach Hause nehmen können. Danach sichern sich Erich Schönfeld den Reichsapfel, Heinrich Vöck das Zepter, Odo Kräft und Gerd Rüdel je einen der Flügel. Um 13.15 Uhr endlich kann der aus Gips gefertigte Vogelrumpf den Schuss von Jakob Köper nicht mehr verkraften und nach 16 Jahren haben wir einen neuen Schützenkönig. Zur Königin erwählt sich Jakob I. die Frau des Vereinswirtes, Gertrud I. Preuthen geb. Wittstamm. Nach kurzer Pause treten die Schützen urn 16 Uhr wieder an, und zwar zur Königsproklamation und dem anschließendem Festzug durch den Eigen. Den Abschluss bildet wie immer der große Krönungsball.

Die Zeitungen schreiben dazu u.a.: Wie ja allgemein bekannt ist, versteht sich die Eigener Bürgerschaft gut darauf, Feste zu feiern ... und: man spürte das innige zusammenhalten der Eigener Bürgerschaft mit dem Schützenverein ... und: Die Eigener Schützen dürfen mit dem Verlauf ihres ersten Nachkriegs Schützenfestes sehr zufrieden sein.

In Bonn erreicht Conrad Adenauer 104 Mandate mehr, im Ruhrgebiet bleibt die SPD stärkste Partei und Bottrop wird mit 100 000 Einwohnern Großstadt.

1954 - Das Ereignis in Bern. Helmut Rahn, 3:2 gegen Ungarn, Deutschland ist Fußballweltmeister!

In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erblickt "Kumpel Anton" das Licht der Welt und wird schnell zur Symbolfigur für das Ruhrgebiet.

An den Pfingsttagen vom 5. bis 7. Juni 1954 begeht der BSV Eigen ein Schützenfest, aus dem Johann Beckfeld im zweiten Stechen mit Hans Geis und Erich ter Horst als Eintags-König hervorgeht. Paula Geis wird seine Königin

Das wichtigste an diesem Fest ist jedoch die Weihe einer neuen, würdigen Vereinsfahne. Freiherr von Metternich hatte die Vorlage anfertigen lassen, und so zeigt sie auch auf der einen Seite auf weißer Seide die Wappen Westfalens, Bottrops und des Geschlechtes derer von Metternich sowie dessen Wahlspruch: "Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen." Die andere Seite zeigt auf dunkelgrünem Samt das Schützenwappen: Adler, Scheibe und zwei Büchsen. Ehrenoberst Steinmann lässt es sich nicht nehmen, den Weiheakt durchzuführen, und wie immer dauert der sich anschließende Festball bis in den frühen Morgen

Im Jahre 1955 hat sich das Schützenleben wieder normalisiert. In allen Vereinen gibt es viele Aktivitäten, beim BSV Eigen wird am 5. Juni bei herrlichem Sommerwetter der Eintagskönig ermittelt. Schießmeister Heinrich Vöck rnuss gleich vier Schützen zum Stechen bitten: Karl Fuchs, Erich Schönfeld. Franz Reul und Heinrich Menebröcker haben jeweils 33 von 36 Ringen erzielt. Für Erich Schönfeld und Franz Reul reicht es dann .,nur" zu einer 11. Heinrich Menebröcker schafft als einziger die 12 und wird zum umjubelten Eintagskönig. Schützenkönig Jakob Köper beglückwünscht ihn zum Erfolg und verkündet gutgelaunt, das er einen "gewaltigen Durst" habe. Er ist nicht der einzige ...

Im Bundesgebiet gibt es in diesem Jahr rund 5 Mio Pkw. Gängigstes Fabrikat ist der Käfer, aber es ist auch die Zeit des Lloyd (Leukoplastbomber), der Isetta, des BMW 501 und des ersten Mercedes 300. In unserer Nachbarschaft wird Rot-Weiß Essen erstmals deutscher Fußballmeister.

zum Seitenanfang

 

Anno 1968-1969
 
1968 macht die Weltraumfahrt einen weiteren Riesenschritt: drei amerikanische Astronauten betrachten aus ihrem Raumschiff die Rückseite des Mondes. In Deutschland beginnt der Contergan Prozess und die Mehrwehrsteuer wird mit einem Satz von 11% eingeführt. Graf von Westerholt eröffnet den Löwenpark. Der "Schweizer Typographie" gelingt der internationale Durchbruch, ab jetzt werden Printmedien nach deren Gestaltungsrichtlinien gesetzt. (Auch in diesem Festbuch zu sehen).

Die Eigener Schützen trauern um ihr langjähriges Vereinsmitglied Aloys Spielkamp, der 73jährig nur zwei Tage vor dem diesjährigen Schützenfest verstorben ist.

Am Samstag, dem 25. Mai läuft noch alles nach Plan, die Fahne und der Vogel werden feierlich abgeholt und zur Totenehrung auf dem Nordfriedhof legt der Vorsitzende Franz Jochheim nach einer Ansprache von Pfarrer Nyssing einen Kranz nieder. Das Festzelt ist wie üblich bis auf den letzten Platz gefüllt, als Franz Jochheim die Gäste begrüßt. Neben dem Königspaar des BSV Fuhlenbrock und seiner Begleitung und dem Männergesangverein "Heideblümchen", der mit einigen Liedern zur Unterhaltung beiträgt, sind auch Abordnungen der Schützenvereine Ellinghorst, Höhr-Grenzhausen und Iserlohn anwesend. Schützenkönig Robert I. (Alkämper) ist mit seiner Gattin erschienen, Königin Lola 1. (Spielkamp) hat wegen des Trauerfalls ihre Teilnahme abgesagt.

Am Sonntag ist der Wettergott den Schützen mal wieder nicht gut gesonnen. Das hat zur Folge, das nach der Königsparade auf dem Rathausplatz der mit "Glanz und Gloria" geplante Festzug auf einen Marsch über die Kirchhellener Straße direkt zum Festzelt reduziert wird. Den Festball allerdings kann der Regen nicht mehr stören. Die Zeitung vermerkt noch eine nette Geste: Während des Platzkonzertes bewirtet der Verein die alten Leute der Bottroper Altenheime im Zelt mit Kaffee und Kuchen.

Und am Montag Vogelschießen. 150 Schützen treten um 10.00 Uhr bei strahlendem Wetter an, und ballern auf die Insignien. Die Ehrengäste - MdL Otto Joschko, Bürgermeister Vieze, der stellvertretende Vorsitzende des Ortsschützenbundes Erich Senft, Polizeirat Köllner und die Geistlichen Pfarrer Nyssing, Pfarrer Landig und Kaplan Pieper - gehen leer aus. Die Krone fällt dann für Karl Schneider, das Zepter für Erich Backhaus, der Apfel für Erich Prachowski und der linke Flügel für Königsadjutant Heinrich Heimann. Der rechte Flügel hält sich tapfer bis 12.55 Uhr, da endlich tritt Wolfgang Wende. Kommentar eines Zuschauers: "Haben die 'ne harte Maloche!"

Drei Kandidaten, Aloys Freickmann, Paul Kabut und Franz Jochheim, hacken weiter auf den Vogelrumpf: "Jetzt holen wir den Spatz runter". Aber erst um 15.04 Uhr kann gejubelt werden: Franz Jochheim gibt mit dem 690. Schuss dem Vogel den Rest. Seine Königin, Else Freickmann weiß zwar noch nichts von ihrem Glück, aber zur Proklamation um 18.00 Uhr ist sie pünktlich zur Stelle. Auch Bataillonskommandeur Paul Hötten zeigt sich erfreut darüber, das der Vorsitzende des Eigener Schützenvereins als König Franz II. proklamiert wird. Die Stimmung auf dem Königsball ist natürlich entsprechend groß.

Beim Bataillonsfest und Krönungsball im November kann Theo ter Horst wieder mit Stolz auf die Leistungen seiner Mannen hinweisen, hat die kleine Schar doch einige sehr schöne Erfolge errungen. Norbert Schürmann sei wieder Landesmeister in der Schützenklasse geworden und Peter Switala Landesmeister in der Juniorenklasse. Auch können erstmals die schießenden Damen geehrt werden: Gold- bzw. Silbernadeln erhielten Leni Hoffmann, Elsbeth Battenstein, Christel Polnik, Ursel Werner, Evelin Broza, Marlis Schittko, Helga Costisella, Marianne Janosch und Inge Zentgraf. Noch während die Schützen im Saale Wittstamm geehrt werden, treffen aus Essen und Gladbeck Kuriere ein: Die Essener bringen Urkunden und Auszeichnungen für die Kreis-Mannschafts-Meisterschaft der Eigener Schützen im Gebrauchs-Pistolen-Schießen sowie die Kreismeisterschaften von Schürmann und Switala, die Gladbecker bringen die Urkunden für den Sieg der Damen.

1969 ist es endlich geschafft: Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond. Die USA beginnen vorsichtig mit dem Rückzug aus Vietnam. Die Legende "Woodstock" beginnt: 400 000 Menschen besuchen das erste dreitägige Pop-Festival. Und wir erleben die ersten Überschallflüge des amerikanischen Jumbo-Jets, der französischen Concorde und der sowjetischen Tupelow 144. In Bonn übernimmt zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine sozial-liberale Koalition die Regierungsverantwortung, in Essen gründet sich die Ruhrkohle AG und das Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg (Spaghetti-Knoten) wird fertig gestellt.

Zur Jahreshauptversammlung des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen treffen sich bei Wittstamm rund 100 von 275 Mitgliedern unter Vorsitz von Franz Jochheim. Im Mittelpunkt stehen der Geschäftsbericht von Alfred Kieron und der Kassenbericht von Heinz Pehl. Aber auch Sport- und Sozialwart Theo ter Horst hat einen umfangreichen Bericht vorzulegen. Der Verein stellt im Ortsschützenbund, im Kreis, in der Landes und der Bezirksklasse mehrere Mannschaften für Gebrauchspistole, Luftpistole, Luftgewehr und Kleinkaliber sowie eine Luftgewehr-Damen-Mannschaft. Und alle liegen sie gut im Rennen. Im Ortsschützenbund wurde der Polizei-Pokal (KK) gewonnen, die Jugend schoss bei der Stadtmeisterschaft Rekord, die erste

Mannschaft mit der Gebrauchspistole wurde Landesgruppensieger, die zweite Vizemeister im Bezirk und die Luftpistolenmannschaft hat im Bezirk bisher alle Kämpfe gewonnen. Auch Einzelleistungen sind zu ehren: Norbert Schürmann, mehrfacher Bezirksmeister in Luft-, Gebrauchs- und Scheibenpistole, gut platziert bei der Deutschen, schoss deutsches Rekordergebnis und war Landesbester bei Länderkämpfen; Dieter Werner, der bei den Rundenwettkämpfen 290 von 300 Ringern schoss, sowie Walter Deffte, Herbert Zentgraf und Franz Spielkamp; Peter Switala holte in der Juniorenklasse zwei Bezirksmeistertitel, war Landesmeister in der Luftpistole und Vizemeister in der Gebrauchspistole, nahm an Deutschen und Europameisterschaften teil; Theo ter Horst, der in der Altersklasse mit 276 von 300 möglichen Ringen Bezirksmeister in der Gebrauchspistole wurde.

zum Seitenanfang

 

Anno 1970-1971
 
1970 wird zum ersten Mal ein Rennfahrer posthum zum Automobil-Weltmeister erklärt: Jacky lckx kann das letzte Rennen nicht gewinnen und damit die Punktzahl des verunglückten Jochen Rindt nicht mehr erreichen. Charles de Gaulle, ein maßgeblicher Vorkämpfer für die deutsch-französische Aussöhnung, stirbt 80jährig, auch die beliebte Schauspielerin Grete Weiser stirbt im Alter von 67 Jahren. In Danzig proben die Werftarbeiter den Streik und NRW-Justizminister Neuberger kündigt die 0,8 Promille-Grenze an, Opel stellt den "Manta" vor.

Im März berichtet die Westdeutsche Allgemeine von den Kreismeisterschaften im Luftpistolenschießen: "Alle Titel an Eigen", denn die erste Mannschaft (Schürmann, Deffte, Werner und Switala) belegt mit 537 von 600 möglichen Ringen den ersten Platz, gefolgt von der zweiten Mannschaft (Wettke, Zaczek, Lißner und ter Horst) mit 513 Ringen. Auch die besten Einzelergebnisse erzielen Eigener Schützen, nämlich Norbert Schürmann (140 Ringe), Walter Zaczek (139) und Dieter Werner (136). Beim Schießen um den Harry-Göhre-Pokal (Stadtmeisterschaft) werden die Eigener hinter Stadtmitte Zweiter, wobei Heinz Pehl mit 95 Ringen bei den Senioren das drittbeste und Andreas Jung mit 93 Ringen bei den Junioren das zweitbeste Ergebnis dieses Wettbewerbes erzielen.

Im August ergehen die Einladungen zum 50jährigen Jubiläumsschützenfest vom 5. bis 7. September durch den 1. Vorsitzenden Franz Jochheim. Bewusst verzichtet der Vorstand auf den üblichen Ausmarsch, um verstärkt am Bundesschützenfest Hubertus am 16, August teilnehmen zu können.

Die Westdeutsche Allgemeine verspricht am 4. September, das "es Tage voller Jubel und Fröhlichkeit" werden, und Oberbürgermeister Ernst Wilczok bescheinigt den Eigenern in seinem Grußwort: "Die Eigener Schützenfeste waren immer Höhepunkt gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt". Wenn dann noch Paul Hötten den Eigenern das schönste Schützenfest ankündigt, das je auf dem Eigen gefeiert wurde, und wenn auch noch der Wettergott mitspielt, dann kann nichts mehr schief gehen, auch wenn es sich um das 13. Schützenfest des BSV Eigen handelt. Überaus gut besucht ist schon der Festgottesdienst am Samstag, die Königsparade am Sonntag lockt hunderte von Schaulustigen an und das Festzelt platzt an allen drei Tagen aus den Nähten. Schließlich wird man nur einmal fünfzig. Die Organisatoren haben alle Register gezogen: Fackelzug, Frühkonzert, Frühschoppen, Königsparade, die Verlosung eines (sehr guten) Gebrauchtwagens, Umzüge mit alten und neuen Majestäten, die Verpflichtung einer hervorragenden holländischen Showkapelle - die Schützen und die Bottroper Bevölkerung nehmen's dankbar an.

Am Montagmorgen treten viele Prominente zu Ehrenschüssen an: Oberbürgermeister Wilczok, die Bürgermeister Otto Joschko und Theo Knorr, MdL Paul Scholz, Stadtkämmerer Franz Stammkötter, Stadtrat Dr. Udo Thormann, Polizeirat Köllner, Pastor Lütkenhaus, Kaplan Pieper und nicht zu vergessen das (noch) amtierende Königspaar. Zwischen 11.06 Uhr und 12.20 Uhr fallen dann die Trophäen recht schnell. Krone Wolfgang Wende (25. Schuss), Zepter Bernhard Polnik (28.), Reichsapfel Herbert Klang (33.), Jubiläumsring Walter Deffte (38.), rechter Flügel Wolfgang Frese (175.) und linker Flügel Hans Derbort (257.). Um 15.15 Uhr künden dann donnernde Böllerschüsse, daß der Eigen einen neuen Schützenkönig hat. Aus einer Gruppe von sechs Bewerbern hat sich Paul Hötten mit dem 615. Schuss durchsetzen können. In feierlicher Weise wird das neue Königspaar proklamiert: Paul I. (Hötten) und Ilse I. (Weinberg).

Nach den Landungen auf dem Mond haben die USA 1971 eine Sonde zum Mars gesandt, die perfekte Bilder funkt. In Ägypten wird der Assuan-Staudamm eingeweiht. Als erster deutscher Außenminister besucht Walter Scheel offiziell Israel. Willy Brandt erhält den Friedens-Nobelpreis und die Bundesrepublik und die DDR unterzeichnen ein Transit-Abkommen, das deutliche Erleichterungen im inner-deutschen Verkehr mit sich bringt und im nächsten Jahr zum Grundvertrag mit der DDR führt.

zum Seitenanfang

 

Anno 1972-1974
 
1972 gewinnt Eddy Mercks zum 4. Mal hintereinander die Tour de France. In Frankfurt und Hamburg wird die Spitze der Baader/Meinhof-Bande festgenommen. Baader, Meinhof, Raspe und Enselin können endlich dingfest gemacht werden, zu Ende ist dieses Kapitel damit aber noch lange nicht. Am Nordrand von Essen wird eine neue Universität eröffnet. In München beginnen im August die als "heiter" geplanten Olympischen Spiele, die aber überschattet werden durch den grausamen Überfall arabischer Terroristen auf die israelische Mannschaft. Der Ausnahmeschwimmer Mark Spitz (USA) erringt sieben Goldmedaillen.

In der Jahreshauptversammlung wirft das Schützenfest seine Schatten voraus, die Kompanien stehen "Gewehr bei Fuß", und die Zeit bis zum 2. September vergeht rasend schnell. Eindrucksvoll wie immer der ernste Auftakt des Geschehens mit Kranzniederlegung, Totenehrung und Gedenkgottesdienst, bei dem der heimische Kirchenchor die "Messe in C von A. Bruckner singt". Um so heiterer der Festball am Samstagabend, bei dem in Anwesenheit Bottroper Politiker wieder verdiente Schützen geehrt werden. Trotz der in München stattfindenden Olympischen Spiele geben die Eigener Bürger dem Schützenfest auch am Sonntag eindeutig den Vorzug. Das Festkonzert - liebevoll unterstützt durch den Männergesangverein 1881 Eigen - lockt zahlreiche Zuschauer, wie auch die farbenprächtige Königsparade auf dem Eigener Markt, an der neben den Bottropern auch wieder Abordnungen der Schützenvereine Höhr-Grenzhausen, Lünen und Gladbeck-Ellinghorst teilnehmen. Und im Festzelt gibt es keinen freien Stuhl. So recht nach dem Geschmack der 1. Kompanie verläuft das Königsschießen am Montagmorgen.

Das Wetter ist prächtig, und nach den Ehrenschüssen von Oberbürgermeister Wilczok, Oberstadtdirektor Gareiß, Ortschützenbundvorsitzender Dr. Limberg, MdL Scholz, den Pfarrern Nyssing, Landig und Lütkenhaus, Kaplan Pieper, Heinrich Vienken, Dr. Stammkötter, Rektor Mertens, König Paul I., Königin Ilse I., Franz Jochheim und Paul Kabut geht es endlich richtig los. Gerhard Wilhelm (4. Kompanie) holt mit dem 71. Schuss die Krone, Josef Hühne das Zepter mit dem 123. Schuss, Fritz Mansfeld den Apfel mit dem 136. Schuss und Rudi Wesselborg (alle drei 1. Kompanie) mit dem 154. Schuss den linken Flügel. Der rechte Flügel geht mit dem 170. Schuss an Herbert van Kessel von der 3. Kompanie. Nach der Erbsensuppe gehen dann vier Thronanwärter auf's Ganze: Fritz Mansfeld, Herbert Preuthen, Werner Langehegermann und nicht zuletzt Theo ter Horst. Theo ist es dann auch, der um 14.44 Uhr mit dem 444. Schuss das Klassenziel erreicht. Nachdem er Frau Edith I. (Klein), die Ehefrau des stellvertretenden Kompanieführers und Kassierers der 3. Kompanie zur Königin erkoren hat, verspricht er in seiner Regierungserklärung: "Ich will halb so gut sein wie mein Vater, dann habt Ihr einen guten König!" Wilhelm ter Horst, der Vater von Theo, war vor genau 50 Jahren Schützenkönig der Eigener geworden. Entsprechend groß ist natürlich die Begeisterung der Schützen und der Gäste. Es folgen wie immer die feierliche Proklamation von Theo I. und Edith I., die Verabschiedung des alten Königspaares, der prächtige Festzug durch den Eigen und der wieder überaus gut besuchte Krönungsball.

1973 ist die Raumsonde Pioneer 10 so weit gereist, das die Welt "Nahaufnahmen" vom Planeten Jupiter bewundern kann. Deutschland erhält erstmals per Pipeline Erdgas aus der Sowjetunion, die SU erhält dafür Großröhren aus deutscher Produktion. Aus Amerika übernimmt das Deutsche Fernsehen die ersten 260 Folgen der "Sesamstraße" mit Ernie und Bert. Gegen Jahresende boykottieren die arabischen 11 Öl-Lieferländer alle Staaten, die Israel positiv gegenüberstehen, das beschert uns die ersten drei autofreien Sonntage. An der Grenze zwischen Oberhausen und Mülheim eröffnet das größte überdachte Einkaufszentrum der Bundesrepublik - das Rhein-Ruhr-Zentrum.

In Bottrop nimmt die Partnerschaft mit Blackpool Gestalt an und im September wird eine Woche lang die 1955 geschlossene Partnerschaft mit Tourcoing mit viel Leben erfüllt. Nach 1967 findet unter dem Namen "Frankreich in Bottrop" die zweite französische Woche statt. Neben vielen Veranstaltungen findet als Höhepunkt ein Umzug statt unter dem Motto "Carneval a la Nice". 50000 Zuschauer bewundern die herrlichen Blumenwagen, die Majoretten und die übrigen Fußgruppen.

Vereinsmeister der Eigener in der Herrenklasse wird im Februar Norbert Hassa mit 247 Ringen vor Peter Switala (242 Ringe), Bernhard Polnik (233 Ringe) und Dieter Werner mit 229 Ringen. Bei den Damen siegt erwartungsgemäß Leni Hoffmann mit 268 Ringen und schlägt mit diesem Ergebnis sogar ihre männlichen Vereinskollegen. Die nächsten Plätze belegen Ingrid Schulz (226 Ringe) und Marlies Schittko (223 Ringe). Einen Monat später erringt die Luftpistolen- Mannschaft (ohne Norbert Schürmann und Peter Switala) drei von fünf Kreismeistertiteln, und zwar die Mannschaftswertung mit 1043 Ringen vor Borbeck (1017 Ringe) und Dellwig (1000 Ringe), in der Altersklasse wird Theo ter Horst mit 262 Ringen Kreismeister und in der Schützenklasse Dieter Werner mit 240 Ringen. Am 2. Juni ruft die vierte Kompanie " Zur italienischen Nacht " mit heißen Rhythmen auf dem kalten Eigen und kurz danach heißt es: " Trimm Dich - marschier mal wieder " Anlässlich des Schützenfestes in Bottrop-Boy lädt König Theo I. nach dem Festzug zur "Wiederbelebung des Gesamtzustandes" zu einem "Bier-Biwak" mit Platzkonzert in unmittelbarer Nähe des Festzeltes ein. Im August findet das nächste Biwak bei ter Horst statt mit Musik und Tanz am Lagerfeuer. Anfang Oktober verbringt eine stattliche Delegation Eigener Schützen und Schützendamen ein Wochenende in der Partnerstadt Tourcoing und am 27. Oktober ist das Bataillon eingeladen, mit dem König Geburtstag zu feiern.

1974 schlägt US-Präsident Nixon sich mit der Watergate Affäre herum, durch ein 2:1 gegen die Niederlande wird Deutschland zum zweiten Male Fußballweltmeister, die Herstatt Bank in Köln geht pleite und weil der persönliche Referent des Bundeskanzlers, Guilliaume, der Spionage für die DDR überführt wird, muss Willy Brandt zurücktreten, neuer Bundeskanzler wird Helmut Schmidt. Gleich nebenan wird der Revierpark Vonderort eröffnet und im ersten Spiel im Westfalenstadion schlägt Schalke die Dortmunder glatt mit 3:0 Toren.

Jetzt machen auch wieder unsere Schützendamen von sich reden: Sie schlagen die Vertretung von Frintrop mit 975:871 Ringen. Dabei schießen Leni Hoffmann 269 Ringe, Lilo Wallmann 237, Elisabeth Battenstein 235 und Ingrid Schulz 234 Ringe. Noch ein Sieg gegen Borbeck und die Damen stehen an der Spitze. Auch einen Rückkampf gegen Gemen gewinnen sie deutlich mit 1429 zu 1362 Ringen. Führend wieder Leni Hoffmann (271 Ringe), gefolgt von Elisabeth Battenstein (250), Lilo Wallmann (234), Helga Costisella (228), Marlies Schittko (224) und Ursula Aming (222). Bei den Bezirksmeisterschaften siegt Leni Hoffmann mit 247 Ringen in der Altersklasse. Hier siegt auch in der Altersklasse Theo ter Horst mit der Luftpistole mit 264 Ringen, Horst Elsner und Werner Wölke landen mit 265 bzw. 263 Ringen unter den ersten zehn.

zum Seitenanfang

 

Anno 1975-1976
 
Ende 1975 beendet das Verfassungsgericht Münster endgültig das Thema "Glabotki". Gladbeck bleibt selbständige Stadt, verliert aber seine Kreisfreiheit durch Eingliederung in den Landkreis Recklinghausen, Kirchhellen bleibt Teil der kreisfreien Stadt Bottrop.

Der seit acht Jahren gesperrte Suez-Kanal wird wieder freigegeben, manche der bisher dort festgehaltenen Schiffe sind schon gar nicht mehr seetüchtig. Groß-britannien fördert Erdöl aus der Nordsee per Pipeline nach Schottland. VW entläßt fast 20000 Mitarbeiter, Bund und Länder starten ein Sonderprogramm zwecks Schaffung neuer Arbeitsplätze. Nach dem Tode Francos hat Spanien wieder einen "richtigen" König: Juan Carlos.

Auch der BSV Eigen wartet auf einen neuen König, obschon die Schützen mit ihrem amtierenden König Theo I. sehr zufrieden sind. Aber der neue könnte ja noch besser sein! Doch bis zum Schützenfest ist noch ein prall gefüllter Terminplan "abzuarbeiten": im März Ostereier-Essen, im April Frühlingsfest mit Tanz in den Mai, im Mai Biwak bei ter Horst mit Ausmarsch, im Juni Teilnahme am Schützenfest in Vonderort und Bataillons-Ausmarsch mit Freibier, im Juli endlich das Eigener Schützenfest. Dann im September Kinderschützenfest und im Oktober das Herbst-manöver. Dazu kommen noch die Termine in den Kompanien. Es ist schon recht anstrengend, da können so zwei, drei Freibier doch recht hilfreich sein. Und weil der Ortsschützenbund heuer 50 Jahre alt wird und der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen 1920 e.V. 55 Jahre, dürfen wir das Bundesschützenfest ausrichten. Oberbürgermeister Theo Knorr wünscht in seinem Grußwort, daß "diese Veranstaltung wieder zu einem gesellschaftlichen Ereignis werden möge". Die traditionelle Programmfolge, vom Vorstand bestens organisiert und vorbereitet, ist um einen wichtigen Punkt erweitert worden: Weil die alte Vereinsfahne nach über zwanzig Jahren schon arg zerstört war, stiftete der Vorsitzende Franz Jochheim dem Verein eine neue. Auf der Vorderseite zeigt die neue Fahne den Schützenadler, der über einer von Eichenlaub umrankten Schießscheibe thront. "Aus alter Wurzel neue Kraft" lautet das Motto auf der anderen Seite, das versinnbildlicht wird durch eine knorrige westfälische Eiche, die aus dem alten Bottroper Wappen herausrankt. Da zu diesem Zeitpunkt die kommunale Neugliederung noch immer über uns schwebt, ist Platz gelassen worden für die Wappen von Gladbeck und Kirchhellen. Die Vorkämpfer für den Zusammenschluß, Ernst Wilczok, Heinrich Vienken und Paul Scholz werden zu Ehrenmitgliedern des BSV Eigen ernannt. Der Vorsitzende des Ortsschützenbundes Heinrich Schierenberg nimmt die Fahnenweihe vor, indem er die neue Fahne mit der ältesten Fahne des Ortsschützenbundes, der des BSV Welheim, berührt. Am Montag kommt es dann auch zum Königsschießen. 80 Zentimeter Spannweite und rund zwölf Kilo hat der hölzerne Adler, der vier Stunden lang dem Dauerfeuer der Eigener Schützen trotzt.

Willi Battenstein hat schon die Krone, Norbert Schürmann das Zepter, Albert Schweiß den Apfel, Friedhelm Sackers und Manfred Costisella die Flügel geholt, bis endlich mit dem 682. Schuss Werner Langehegermann den Rest erledigt. Drei Wochen Urlaub und eisernes Training haben sich gelohnt. Jetzt schwingt er gemeinsam mit Annemarie Kieron das Zepter über den größten Schützenverein des Orts-schützenbundes Bottrop. Die Königsparade und der Festzug werden von den Schützen und der Eigener Bevölkerung begeistert angenommen. Nur beim Krönungsball stellt sich wieder mal die Frage: "Warum stellen die Eigener bloß immer so ein kleines Zelt auf?", denn wie immer ist es bis auf den letzten Platz gefüllt. Verantwortlich dafür ist natürlich der Vorstand, der zur Zeit wie folgt aussieht: 1. Vorsitzender Franz Jochheim, 2. Vorsitzender AJoys Freickmann, Geschäftsführer Rudi Vogel, 1. Schatzmeister Heinz Pehl, 2. Schatzmeister Alfred Kieron, Sport- und Sozialwart Theo ter Horst, Bataillonskommandeur Paul Hötten, Fahnenoffiziere Manfred Costisella, Werner Wölke und Leo Ketteler, Adjutanten Heinrich Heimann, Heinz Arlt, Fritz Mansfeld und Bernhard Polnik.

1976 feiern die USA 200 Jahre Unabhängigkeit, Mao Tse tung stirbt, König Karl XVI. Gustav von Schweden heiratet die bürgerliche deutsche Silvia Sommerlath. Acht Schalker Fußballspieler werden wegen Meineides verurteilt und ab dem 1. Januar herrscht auf den Vordersitzen im Pkw Anschnallpflicht. In Bottrop wird das Quadrat eröffnet, das sich sehr schnell auch über Deutschlands Grenzen hinaus einen sehr guten Ruf verschafft.

Im August veranstaltet die 1. Kompanie wieder ein Kinderschützenfest, Th. Schulte-Zweckel wird stolzer Kinderkönig und Christiane Lamers die nicht minder stolze Königin. "Schwarzer Adler" heißt das Herbstmanöver, das die Erste im Oktober abhält. Bei Freibier, Erbsensuppe und zünftiger Marschmusik ist es der Vorsitzende Franz Jochheim, der gleich mit dem ersten (Ehren-) Schuss die Krone abräumt. Rolf Erbing, Anton Degen, Heinz Schmittling und Erich Wobedo erhalten die Pfänderorden aus der Hand von Königin Annemarie I., Tageskönig wird mit dem 350. Schuss Hubert Schittko. Auch das Tanzbein wird fleißig geschwungen. Beim Batailionsfest im November kann Sportwart Theo ter Horst wieder mit Erfolgen seiner Schützen aufwarten: Dieter Werner und Theo ter Horst sind in ihren Altersklassen Kreismeister mit der Luft- und der Sportpistole, Herbert Zentgraf mit der Scheibenpistole. Bei den Bezirksmeisterschaften siegt Dieter Werner mit der Luftpistole, Alfred Heck und die Mannschaft mit der Sportpistole und mit dem Luftgewehr siegt Leni Hoffmann. Darüber hinaus werden unsere Damen rundenbeste Wettkampfmannschaft rnit dem Luftgewehr. Außerdem erringen die Schützen Reinhard Borowski, Ernst Borowski, Werner Grenda, Karl Gispert, Gerd Jackel, Peter Franz, Udo Franzen, Dietmar Weißbohn, Günter Jeckel, Peter Hausmann und Henry Kräft (alle sind Mitglieder der dritten Kompanie) Leistungsnadeln des Rheinischen Schützenbundes in Bronze, Silber und Gold.

zum Seitenanfang

 

Anno 1977-1978
 
1977 zeigt sich die Natur wieder mal aller menschlichen Technik überlegen: mit zwei Blitzschlägen legt sie (zum zweiten mal nach 1965) die Stromversorgung der Stadt New York für 24 Stunden flach. Dennoch erproben die USA die Raumfähre (Space Shuttle). Sepp Herberger, der Vater des ersten Fußball-Weltmeistertitels für Deutschland und Ludwig Erhard, der Vater des deutschen Wirtschaftswunders, sterben 80jährig, auch der Raketenforscher Wernher von Braun stirbt in den USA. In Bochum-Dahlhausen eröffnet das Eisenbahnmuseum und in Xanten der Archäologische Park.

Die Schützen in Bottrop erleben gleich zwei Premieren: Beim Schützenfest des BSV Hubertus dürfen erstmalig die Schützendamen des Vereins im Zug mitmarschieren und beim Schützenfest in Vonderort schießen gar die Damen mit auf den Vogel, zwar nur auf die Trophäen - aber der Anfang ist gemacht.

Bei der Jahreshauptversammlung des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen e.V. im Januar gibt es einige Turbulenzen. Wollen doch partout verschiedene Vorstandsmitglieder, darunter auch der 1. Vorsitzende Franz Jochheim, von ihren Ämtern zurücktreten. Und das im Jahr des Schützenfestes. Die Mitglieder verhindern das, indem sich einfach keinen neuen Kandidaten benennen. Der (teilweise) neue Vorstand besteht nun aus folgenden Personen: Franz Jochheim und Aloys Freickmann (Vorsitzende), Fritz Mansfeld und Gerd Kohberg (Schriftführer), Heinz Pehl und Alfred Kieron (Kassierer), Theo ter Horst (Schieß- und Sozialwart). Paul Hötten (Bataillons-Kommandeur) sowie Fritz Offergeld und Harry Arning (Rechnungsprüfer). Bei der Wahl der Thronoffiziere - das sind die Kuriere des Königs - sind Herbert Klang und Heinz-Josef Hetkämper erfolgreich. In Sachen "Schießanlagen" wollen die Schützen nicht weiter Stiefkinder bleiben. Sie fordern den Ausbau und Neubau der Anlagen "damit wir nicht immer in anderen Städten hausieren gehen müssen".

Im Februar nimmt der BSV Eigen wieder mit einem Motivwagen am Karnevalsumzug in der Stadt teil. Schützen der 1. und 3. Kompanie gehen unter dem Motto "Liebe kommt später" auf den Zusammenschluss Bottrop-Kirchhellen ein und schaffen sich einen guten Ruf ob ihrer Freigebigkeit.

Das Schützenfest im Mai wird eine fette Beute für die 1. Kompanie. Die Krone (19. Schuss, Heinz Ehrenberg), das Zepter (37. Günther Sandforth), der Apfel (53., Werner Wobedo), der linke Flügel (254. Josef Hühne) und der rechte Flügel (356. Horst Klettberg) fallen an die erste Kompanie. Der Erfolg wird komplett, als der ehemalige Führer der 1. Kompanie, Erwin Lißner, mit dem 712. Schuss auch noch die Königswürde erringt. Ruth I. (Frins) zieht für zwei Jahre mit ihm auf den Eigener Schützenthron. Einer der ersten Gratulanten ist OB Wilczok. Um 18.00 Uhr folgen traditionsgemäß die feierliche lnthronisation mit anschließendem Festumzug durch den Eigen und am Abend der feierliche Krönungsball.

Für die Meisterschaft im Deutschen Schützenbund nominiert der BSV insgesamt acht Mannschaften. Zwei Mannschaften starten mit der Bezirksklasse, zwei Mannschaften beteiligen sich an den Rundenwettkämpfen mit der Luftpistole und zwei Damenmannschaften gehen an den Start. Darüber hinaus schießt noch eine Mannschaft mit der Scheibenpistole ( Landesklasse) und in der Disziplin Luftgewehr ( l. Kreisklasse) der Schützenklasse. Die 1. Luftpistolenmannschaft beginnt auch gleich mit einem Spitzenergebnis in Essen-Steele, wo Peter Switala (370 Ringe), Alfred Heck (360), Dieter Werner (360) und Rolf Erbing (348) insgesamt 1438:1418 Ringe erzielen. Die Sportpistolenmannschaft schlägt in Wesel mit 2229 : 2204 Ringen die Heimmannschaft. Auch hier ist Peter Switala bester mit 567 Ringen vor Herbert Zentgraf (557), Alfred Heck (555) und Dieter Werner (500).

Im September veranstaltet die erste Kompanie wie schon in den Jahren vorher auf der Festwiese Jakubowski ein Kinderschützenfest, an dem sich über 100 Kinder beteiligen. Neben vielen Spielen, Überraschungen und Stärkungen, sowie Pony fahren wird das Königskinderpaar ermittelt. Volker Kohberg und Andrea Costisella sind die glücklichen Tagessieger.

1978 sinkt der amerikanische Dollar erstmalig unter die 2,-DM-Grenze. In Großbritannien wird das erste Retortenbaby gezeugt, in Emden läuft der letzte deutsche VW-Käfer vom Band. In der Gruga Halle trifft Bundeskanzler Helmut Schmidt über 6000 seiner Namensvettern, in Düsseldorf wird Johannes Rau Nachfolger von Heinz Kühn als NRW-Ministerpräsident, in Duisburg wird das erste Frauenhaus eingerichtet und erstmals seit 40 Jahren wird Deutschland Handball-Weltmeister.

Der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen 1920 e.V. beginnt das Jahr mit einem Kassenbestand von 150,00 DM, der Jahresbeitrag beträgt 36 DM und der Spielmannszug, den der BSV für die Teilnahme am Jubiläums-Schützenfest in der Boy verpflichtet, kostet 350,- DM. So wird aus dem traditionellen Ausmarsch des Bataillons nur ein kleines Biwak in Verbindung mit dem Schützenfest der Boyer.

Den Kompanien scheint es finanziell etwas besser zu gehen, die Erste lässt sich ihren Tanz in den Mai, ihren Ausmarsch im Juni und ihr Herbstmanöver nicht nehmen, auch ein Kinderschützenfest im August muss sein, die Dritte veranstaltet ihr Frühlingsfest bei Große-Wilde im Mai sowie ihr Biwak im August und die Vierte ihr Maifest bei Wittstamm und ebenso ihr Erntedankfest und und und ... Einige Schützen fahren im August zu einem Western Weekend "aan de ZWART-KRUIT WEDSTRIJD".

Auch sportlich sind wir gut dabei. Mit der Sportpistole wird der BSV Eigen in der Mannschaftswertung (P. Switala, D. Werner, N. Hassa und A. Heck) mit 1097 Ringen Kreismeister vor der Zweiten Mannschaft (H. Michael, H. Kamphaus, R. Erbing und H. Zentgraf. In der Einzelwertung holen sie die ersten sieben Platzierungen! Sieger ist Norbert Hassa mit 275 Ringen vor Alfred Heck (ebenfalls 275) und Peter Switala (274). In der gleichen Disziplin siegen auch die Altersschützen mit 799 Ringen, und in der Einzelwertung siegt Horst Klettberg (274) vor Franz Spielkamp (267) und Günter Zeiger (258). Meister und Vizemeister werden die Eigener in der Schützenklasse auch mit der Luftpistole, Sieger mit 1421 Ringen ist die Mannschaft mit P. Switala, D. Werner, N. Hassa und A. Heck vor den Vereinskameraden H. Michael, R. Erbing, W. Wölke und H. Kamphaus, die auf 1419 Ringe kommen. Einen weiteren Doppelerfolg gibt es in der Mannschaftswertung mit der freien Pistole. Mit 969 Ringen wird die Mannschaft mit H. Michael, A. Heck, P. Switala und H. Zentgraf Kreismeister vor N. Hassa, D. Werner, R. Erbing und H. Kamphaus, die auf 897 Ringe kommen. In der Einzelwertung siegt Peter Switala mit 259 Ringen. Herbert Zentgraf wird mit 247 Ringen Dritter. Auch in der Sportpistole Großkaliber sind die Eigener in Mannschaft und Einzelwertung die Besten des Kreises. Mit 1061 Ringen siegt die Mannschaft P. Switala, H. Kamphaus, D. Werner und H. Zentgraf vor den Vereinskameraden R. Erbing, G. Zeiger, H. Klettberg und H. Michael mit 1099 Ringen. Einzelmeister ist Hartmut Kamphaus mit 274 Ringen vor Peter Switala (266) und Dieter Werner (265). Auch die Luftpistolenschützen der Altersklasse wollen da natürlich nicht zurückstehen. Die Mannschaft mit H. Klettberg, Th. ter Horst und G. Raczek wird mit 943 Ringen ebenfalls Kreismeister, wobei in der Einzelwertung Horst Klettberg Vierter, Theo ter Horst Sechster und Günter Raczek Siebenter werden. Wohlgemerkt - bei diesen Ergebnissen handelt es sich nicht um Vereinsmeisterschaften, es haben auch andere Vereine mitgekämpft.

zum Seitenanfang

 

Anno 1979-1980
 
1979 trifft das Ärzteschiff "Cap Anamour" zu Hilfsmaßnahmen vor Vietnam ein. Mutter Teresa erhält den Friedensnobelpreis. In Deutschland finden die ersten Direktwahlen zum Europaparlament statt, im Ruhrgebiet und am Niederrhein wird zum ersten Mal Smogalarm ausgelöst und in Essen werden 60000 m3 Beton, 3185 Fenster und 360 km Kabel verbraucht, um das mit 106,31 m höchste Rathaus der Bundesrepublik zu bauen.

Die Schützen des BSV Eigen haben auch in diesem Jahr einen gefüllten Terminkalender. Ostereieressen, Ausmärsche und Biwaks, Kinderschützenfest, Teilnahme an den Schützenfesten BSV Stadtmitte, FuhIenbrock und Vonderort, Jahreshauptversammlungen, Herbstmanöver, Herbstbälle, Bataillonsfest, Weihnachtsfeiern und zwischendurch auch noch Schießen. Zum Beispiel die Vereinsmeisterschaft im Januar. Hier siegen mit der Luftpistole in der Schützenklasse Peter Switala (362 Ringe) vor Rolf Erbing (359) und Horst Zimmermann (356), in der Altersklasse Horst Michael (345) vor Gerd Raczek (325) und Horst Klettberg (323). Mit dem Luftgewehr siegen in der Schützenklasse Rolf Porsch (174) vor Horst Michael (170) und Erwin Marzian und Wolfgang Reich (beide 166). Das Schießen mit der Sportpistole entscheidet Alfred Heck mit 284 Ringen für sich, auf die Plätze kommen Dieter Werner (278) und Norbert Schürmann (277); in der Altersklasse gewinnt Franz Utenka (277) vor Horst Klettberg (264) und Horst Michael (262). Meister mit der Großkaliberpistole wird Norbert Schürmann (279) vor Alfred Heck (271) und Rolf Erbing (267). Aber auch außerhalb des Vereins sind die Schießergebnisse nicht zu verachten. Die erste Sportpistolen- Mannschaft wird in Meerbusch /Lankum mit dem Landesmannschaftspokal ausgezeichnet. Dabei erfährt Dieter Werner noch eine besondere Ehrung, hat er doch mit 574 Ringen den besten Durchschnitt aller Rundenwettkämpfer geschossen. Auch Peter Switala mit 571, Alfred Heck und Herbert Zentgraf mit je 669 und Norbert Hassa mit 565 Ringen liegen sehr gut im Rennen. Die Luftpistolen Mannschaft (Dieter Werner, Norbert Hassa, Peter Switala, Alfred Heck und Rolf Erbing) steht nach sieben Siegen und einem Unentschieden ohne Niederlage an der Tabellenspitze und vor dem Aufstieg. Auch die Luftgewehr-Mannschaft (Reinhard Borowski, Jürgen Weber, Gerd Jäckel, Peter Franz und Udo Franzen) steht nach vier Siegen und nur einer Niederlage ganz oben und hofft auf den Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Stadtmeisterschaften sehen die Luftgewehr-Damenmannschaft mit Elisabeth Battenstein (288 Ringe) und Margot Podzierski und Leni Hoffmann (beide 284) an erster Stelle, Mit der Luftpistole (Schützenklasse) siegt Hans Zimmermann (362 Ringe) vor Norbert Hassa (354) Rolf und Erbing (353). Den Mannschaftssieg holt Eigen II mit Roland Sürth, Wolfgang Reich, Erwin Marzian und Norbert Hassa mit 1401 Ringen. Mit dem Großkaliber werden Rolf Erbing Zweiter und Alfred Heck Dritter. Die KK-Mannschaft des BSV Eigen I siegt vor BSV Eigen II und in der Altersklasse holt sich einmal mehr den Meistertitel Theo ter Horst.

Auch das 19. Schützenfest des BSV Eigen findet auf dem Festplatz vor der St. Pius- Kirche statt. Der neue Vorsitzende Aloys Freickmann und sein Geschäftsführer Gerd Kohberg haben mit dem Vorstand die Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf getroffen und hoffen nur noch auf gutes Schützenwetter. Die WAZ empfiehlt denn auch allen Bottropern, gerade auch außerhalb des Eigens, doch einmal bei uns vorbeizuschauen, denn wenn es auf dem Eigen etwas zu feiern gibt, dann wird dies gründlich und ausführlich getan! So weit so gut, die Eigener nehmen diese Herausforderung gerne an und Aloys Freickmann lädt in seinem Grußwort ausdrücklich alle Bürger unseres Heimatortes und der Umgebung herzlich zur Teilnahme ein. Nicht nur auf Grund dieser Einladungen sind der Samstag und der Sonntag mit ihrem traditionellen Programmablauf ein voller Erfolg. Am Montag herrscht wie an den beiden Tagen davor herrliches Sommerwetter, so daß die Schützen mit "Feuereifer" ans Werk gehen können. Nach den Ehrenschüssen der Bottroper Prominenz, u.a. Oberbürgermeister Ernst Wilczok und die Bürgermeister Winfried Fockenberg und Erwin Degen, eröffnet Theo ter Horst die Jagd auf die Trophäen und erringt mit dem 20. Schuss die Krone, Alfons Schmitz mit dem 29. den Apfel, Helmut Hausmann mit dem 30. das Zepter. Eugen Luerweg mit dem 186. den linken Flügel und Helmut Mielke mit dem 247. Schuss den rechten Flügel. In diesem Jahr hat sich die dritte Kompanie geschworen, den König zu stellen und so liefern sich Paul Canibol und Heinz Schulz ein heißes Duell, aus dem schließlich um 15.14 Uhr nach dem 526. Schuss Heinz Schulz als Sieger hervorgeht. Als Heinz I. wird er gemeinsam mit Karin I. (Salm) für zwei Jahre Rechte und Pflichten eines Schützenkönigs des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen wahrnehmen. Die Königsproklamation und den Festzug durch den Eigen lassen sich Hunderte Zuschauer nicht entgehen und der abendliche Krönungsball wird - wie vorher versprochen - gründlich und ausführlich gefeiert.

1980 finden in Moskau die Olympischen Sommerspiele statt: sie werden jedoch von 50 Staaten, darunter auch die Bundesrepublik und die USA, boykottiert wegen des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan. Alfred Hitchcock und Marschall Tito sterben, Lech Walesa wird Streikführer in Polen, es entsteht die Gewerkschaft Solidarnosz. In Bonn formieren sich die "Grünen" zur Bundespartei. Der Kemnader Stausee mit 125 ha Wasserfläche wird freigegeben. Der Ruhrbergbau hat in den letzten 23 Jahren 133 Schachtanlagen "dichtgemacht" und 426000 Arbeitsplätze abgebaut.

Wie in jedem Jahr werden im Januar die Vereinsmeister des BSV Eigen ermittelt. Die meisten Namen sind aus den Vorjahren hinlänglich bekannt: Leni Hoffmann, Ursula Arning und Angelika lllner mit dem Luftgewehr, Friedel Erbing, Erwin Marzian und Norbert Hassa mit dem Luftgewehr in der Schützenklasse. Theo ter Horst, Henry Kräft und Rudi Wessslborg mit dem Luftgewehr in der Altersklasse, Hans Zimmermann, Erwin Marzian und Norbert Hassa mit der Luftpistole, Heinz Scheuer, Alfred Heck und Dieter Werner mit der Sportpistole, Franz Utenkar, Günter Raczek und Theo ter Horst mit der Sportpistole in der Altersklasse, Norbert Schürmann, Peter Switala und Dieter Werner mit der Sportpistole Kaliber "38-45" und Peter Switala, Dieter Werner und Erwin Marzian mit der Freien Pistole auf 50 m. Weitere Erfolge unserer Schützen lassen sich an vielen Zeitungsartikeln erkennen, wie z.B. "Schützen gut platziert bei den Rundenwettkämpfen". "BSV Eigen Kreismeister mit der Sportpistole Kaliber 38-45". "Alle Titel für BSV Eigen mit der Sportpistole Kaliber 22". "Spitze behauptet mit der Sportpistole". "Adolf Grigoleit wurde Dritter bei den DM- beim Tontaubenschießen"...

Erstmals wird 1980 eine zweite Generalversammlung durchgeführt: die Satzung wird dahingehend geändert, das die Kompanieführer in den geschäftsführenden Vorstand aufgenommen werden und aus steuerlichen Gründen bezeichnet sich der Verein künftig als "gemeinnützig". Die Gemeinnützigkeit wird uns allerdings Anfang der 90er Jahre auf Grund neuer Steuergesetze wieder aberkannt werden.

Auch für das "Gesellige Leben" ist reichlich Gelegenheit: Tanz in allen Räumen beim Karneval, Osterschießen, Ehrenmajor Paul Beling feiert seine diamantene Hochzeit und lädt dazu seine Schützenbrüder ein. Der Vorsitzende Aloys Freickmann wird 60 Jahre alt (wenn das kein Grund zum Feiern ist), die Erste veranstaltet wieder ihr Kinderschützenfest (Kinderkönigspaar werden Jörg Ibag und Christiane Lamers), Ausmärsche mit Freibier, Manöver mit Vogelschießen um die Tageskönigswürde, Herbstbälle, Weihnachtsfeiern und nicht zuletzt das Bataillonsfest am Jahresende.

zum Seitenanfang

 

Anno 1981-1982
 
1981 heiratet Charles, Prince of Wales, in London Lady Diana Spencer (lange hat's ja nicht gehalten). Die Bundesrepublik verliert durch Absturz ihren 250 Starfighter, die Karstadt AG. Essen, feiert ihr 100jähriges Bestehen und die ARD zeigt den ersten Tatortkrimi aus Duisburg mit Götz George als Kommissar Schimanski.
An die vielen sportlichen Angebote- Neujahrsschießen, Ostereierschießen, Teilnahme an Schützenfesten anderer Bottroper Vereine, Manöver- und Pokalschießen usw. haben sich die Schützen des BSV Eigen schon lange gewöhnt, auch die Erfolge der Pistolenschützen sind schon fast selbstverständlich. So ist es nicht verwunderlich, das Peter Swftala, mittlerweile Spartenleiter der Schützen im Stadtsportbund, sich genötigt sieht, darauf hinzuweisen, das die Mitgliedschaft in einem Schützenverein sich nicht nur auf dis öffentlichkeitswirksamen Schützenfeste beschränkt. Vielmehr treten z.B. die Pistolenschützen an rund 140 Tagen im Jahr zum aktiven Schießen an, dazu kommen das Trockentraining, Kraft. und Muskeltraining. Waldlauf und Schwimmen, um die nötigen Reserven für die Wettkämpfe zu erwerben. Nur so sind auf Dauer Erfolge zu erzielen, und das zeigt auch, dass das Schießen durchaus ein Hochleistungssport ist.
Die Jahreshauptversammlung verlegt der BSV Eigen in diesem Jahr auf den Jahresbeginn. Hauptthema ist natürlich das Jubiläumsschützenfest zum 60. Aber wir sind ja nicht der älteste Verein auf dem Eigen. Die KG Stellkeswägg wird in diesem Jahr 100 Jahre alt, ebenso wie der Männerchor Eigen, und die KAB St. Pius begeht ihr 75jähriges. Was also liegt näher, als gemeinsam ein richtiges, großes Bürger- und Schützenfest zu feiern?
Gesagt - getan- Nach den vorbereitenden Biwak am 12. Juli (die Einladung spricht - völlig unnötigerweise - von reichlich Freibier und Leckerem vom Grill) startet das Fest am Samstag, 18. Juli, mit der traditionellen Totenehrung durch den Vorstand des BSV. Den Festgottesdienst, die Königsparade, den großen Zapfenstreich und den großen Bürgerball im Festzelt an der St.-Pius. Kirche gestalten alle vier beteiligten Vereine gemeinsam. Franz Düngelhoff (Männerchor 1881) würdigt in seiner Festrede insbesondere die Verdienste der Familie Wittstamm / Preuthen. die den Jubilarvereinen über all die Jahre eine gute Heimat in ihrem Haus geboten habe. Am Sonntag dominieren bei überaus großer Beteiligung der Bevölkerung dann wieder die grünen Uniformen der Schützen bei Frühkonzert, Frühschoppen, Königsparade, Festzug und Festball. Rund 2000 Schaulustige lassen sich am Montagmorgen den Kampf um die Trophäen und die Königswürde nicht entgehen. Wie fast immer eröffnet Oberbürgermeister Ernst Wilczok das Schießen. Ihm folgen Bürgermeister
Degen, Sportdezernent Dr. Udo Thormann. der Vorsitzende des Stadtsportbundes Theo Knorr, Sportausschussvorsitzender Willi Vogler, Stadtdechant Heinrich Linkholl, der "Sheriff vom Eigen" Hauptkommissar Leo Schraven, die Rektoren Creshake und Mertens sowie Sparkassendirektor Kuhlmann und Bundesvorsitzender Heinrich Schierenberg. Rainer Kantin holt dann mit dem 31. Schuss die Krone, Erich Wolff mit dem 32. den Apfel, Dieter König mit dem 42. das Zepter, Hans-Jürgen von, Gruchalla mit dem 171. den linken und Bernhard Polnik mit dem 246. Schuss den rechten Flügel. Dann gibt's die ersehnte Erbsensuppe.
"Alle Vögel sind schon da", intoniert die Kapelle Muschinski gerade, als um 14.08 Uhr nach dem 449. Schuss und einem harten Kampf zwischen Herbert Preuthen und Paul Kabut der Vogelrest herunter saust. Paul Kabut ist der glückliche Schütze, der von den Ex-Majestäten Erwin Lißner und Werner Langehegermann ins Festzelt getragen wird. Mit seiner Königin Christel I. (Canibol wird Paul II. feierlich inthronisiert. Königsparade, Festzug und Krönungsball bilden den Abschluss eines rundum gelungenen Jubiläumsschützenfestes. Aber nicht des Schützenjahres. Spätsommer und Herbst sind die traditionelle Zeit für Biwaks, Herbstmanöver und Herbstbälle. Und die 1. Kompanie muss umziehen, denn wegen des neuen Autobahnkreuzes muss auch Familie ter Horst ihr angestammtes Haus verlassen. Sie übernimmt die Gaststätte "Haus Seebach", was auch kein Weltuntergang ist, schließlich handelt es sich um Lilo ter Horst's Elternhaus. Hier feiert die Erste dann auch ihr Herbstmanöver, wofür - man höre und staune - Eintausend DM an Spenden eingehen. (Das waren noch Zeiten!).
Ausklang des Schützenjahres ist Ende Oktober das Bataillonsfest im Hause Wittstamm, bei dem Aloys Freickmann noch einmal auf die beim Sommerfest bewiesene "Gemeinsamkeiten im Eigen" hinweist, die sich auch auf dem Krönungsball wieder bestätige.
1982 überspringt Ulrike Meyfarth als erste Frau der Welt 2.02 Meter und die 17jährige Nicole gewinnt mit dem Lied "Ein bisschen Frieden" als erste Deutsche den "Grand Prix Eurovision de la Chanson". Der "Spiegel" deckt die Affäre um die "Neue Heimat" auf und auf der Bergehalde der Zeche Haus Aden werden 75 kg Trauben geerntet, aus denen immerhin 30 Liter halbtrockener Weißwein gekeltert worden. Daraufhin versuchen auch die Bergleute der Zeche Pattberg in Moers, mit 65 Rebstöcken den Südhang ihrer Bergehalde in einen Weinberg umzufunktionieren.

Die Bottroper Schützen warten weiterhin auf den von der Stadt in Aussicht gestellten Schießstand, es fehlt schlicht das Geld. Bei der Stadtmeisterschaft verlassen sich die Eigener in der Disziplin Luftgewehr voll auf Leni Hoffmann und ihre Damenmannschaft, die auch den Meistertitel erringen, mit der Luftpistole sieht es für die Herren schon besser aus. In der Schützenklasse siegt Peter Switala, die 1. Mannschaft wird Erster und die 2. Mannschaft wird Dritter, in der Altersklasse belegt der Eigen die ersten drei Plätze, die Mannschaft gewinnt dann natürlich auch. Weitere erste Plätze fallen an den Eigen im Tontauben-Schießen, mit der Freien Pistole, mit der Sportpistole, mit dem Perkussionsgewehr, mit dem Perkussionsrevolver, mit der Perkussionspistole und mit dem Steinschlossgewehr. Im Juni wird im "Hause Seebach" feierlich eine neue Schießhalle eröffnet. Auf sechs Schießständen kann jetzt wieder eifrig trainiert werden. Auch in diesem Jahr ist das gesellschaftliche und das sportliche Angebot bis hin zum Bataillonsfest und den Weihnachtsfeiern in den Kompanien so reichlich, dass manche Schützen schon wieder in Terminnot geraten.

zum Seitenanfang

 

Anno 1983-1984
 
Das Jahr 1983 verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Erwähnenswert ist allerdings. dass unser ohnehin schon gut bekanntes "Quadrat" einen weiteren Anziehungspunkt erhält: das Josef-Albers-Museum.

Die Schützen des BSV Eigen sammeln weiterhin Pistolentitel. Als äußerst zielsicher erweist sich (wieder einmal) Peter Switala, der bei den Kreismeisterschaften drei Mal im Einzel und drei Mal mit der Mannschaft auf Rang eins landet. Insgesamt holen die Pistolenschützen hier 5 Einzel. und 6 Mannschaftstitel.

Das Bataillonsbiwak als Vorbereitung auf das diesjährige Schützenfest findet die Vereinsmitglieder in bester Verfassung. Bei Majestät Paul II. treffen sich die Schützen ganz harmlos zu einem Imbiss. Bei der Gelegenheit werden Herbert Preuthen, Fritz Mansfeld, Paul Canibol, Josef Hüne und Werner Wölke zu Hauptleuten ernannt. Willi Kerkhoff, Hubert Eckhardt und Ernst Borowski werden Oberleutnant und Hans Beutel wird Leutnant. Und last not least wird König Paul II. vom Major zum Oberstleutnant befördert. Nach diesem offiziellen Teil fahren die Schützen mit Bussen zum Bataillonskommandeur Theo ter Horst. Auch hier ist der Tisch reich gedeckt: es wird gegrillt und gegessen und gezapft und getrunken und gezapft und ... Und dann geht es weiter, denn auch Königin Christel I. hat für die Schützen noch einiges vorbereitet, was an die "Standfestigkeit" der Teilnehmer doch härteste Anforderungen stellt.

Einen Monat später dann der Höhepunkt, zum endgültig letzten Mal auf dem Platz an der St. Pius-Kirche: das große Bürger- und Schützenfest, an dem sich wie vor zwei Jahren auch die anderen Eigener Vereine beteiligen: die KG Stellkeswägg, die KAB St. Pius, der Kirchenchor St. Pius und der Männerchor 1881. Die Festfolge bedarf keiner Erklärung mehr, ist sie doch seit über 60 Jahren nicht nur den Schützen, sondern auch der Bevölkerung wohlbekannt. Nur so ist auch die große Beteiligung der Bottroper Bürger zu erklären. Berichten wir also gleich vom Vogelschießen am Montagmorgen. Bürgermeister Degen hatte den ersten Schuss abgegeben, gefolgt von Dr. Udo Thormann, Ernst Löchelt, Kurt Schmitz, Paul Vienken und Theo Knorr, den Geistlichen Dechant Linkholt, Pfarrer Nyssing und Pfarrer Dahmen, dem Bundesvorsitzenden Heinrich Schierenberg und den "Finanzdirektoren" Kuhlmann (Sparkasse) und Riesener (Volksbank). Und dann machen die Schützen ernst: Franz Jochheim (14. Schuss die Krone), Helmut Sandforth (31. Schuss das Zepter), Peter Vogel (58. Schuss den Apfel), Peter Neises (232. Schuss den rechten Flügel) und Leo Ketteler (395. Schuss den linken Flügel) befreien den Vogel von dem "lästigen Beiwerk", damit sich Fritz Mansfeld und Josef Waßmuth nach dem Erbsensuppenessen auf das Wesentliche konzentrieren können. Nur 24 Minuten dauert es, bis dann Josef Waßmuth mit dem 452. Schuss alles klar macht. Als Josef II. regiert er von nun an gemeinsam mit Gisela I. (Hausmann) für zwei Jahre die Eigener Schützen. Und dann bewahrheitet sich, was Heinrich Schierenberg am Sonntagabend im Festzelt gesagt hat: "Wenn der Eigen feiert, feiert Bottrop!" Und wie Bottrop feiert!

1984 findet in Dortmund die vierte Skat-Weltmeisterschaft statt und die Latein-Formation des TSC "Kongreß" aus Gelsenkirchen gewinnt zum vierten Mal hintereinander den Europameistertitel der Profis. Die Stadt Bottrop lässt eine alte Tradition wieder aufleben. Ab sofort findet wieder jeweils am ersten Samstag im Mai und im September ein Pferdemarkt statt. Seither wächst das Interesse sowohl bei den Händlern als auch bei den Käufern und erst recht bei den "Sehleuten" ständig. Und damit wächst natürlich auch die Attraktivität.

Der BSV Eigen braucht einen neuen Vorstand. Nach sieben Jahren tritt Aloys Freickmann aus Altersgründen zurück, ebenso Theo ter Horst. Fritz Mansfeld und Peter Switala stellen sich aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl.

Seit dem 29. Februar 1984 heißt der 1. Vorsitzende Peter Neises. Sein Stellvertreter ist Paul Canibol, Geschäftsführer Bernhard Sobek und Otto Schwab, Schatzmeister Bernhard Wachtmeister und Willi Kerkhoff, Sport- u. Sozialwart ist Günter Schulz, Bataillonskommandeur wird Paul Kabut.

Die erste Kompanie bestimmt Helmut Sandforth zu ihrem Chef. Bei den Stadtmeisterschaften holen unsere Schützen/innen in den Einzelwertungen zwölf und in der Mannschaftswertung weitere sechs erste Plätze. Denn auch unter der neuen Leitung blüht das Vereinleben und die Schützen haben jede Menge Termine bis September das Jahr mit dem Bataillonsfest ausklinkt.

Die Bottroper Zeitungen beschreiben dieses Fest, bei dem Aloys Freickmann zum Oberstleutnant, Fritz Mansfeld zum Major und Gerd Koberg und Willi Kerkhoff zum Hauptmann befördert werden, mit Worten wie " Schützenzauber im Kalten Eigen" oder "Bombenstimmung beim Bataillonsfest".

zum Seitenanfang

 

Anno 1985-1986
 
Im Januar 1985 wird im Revier die höchste Smog-Alarmstute ausgelöst, das bedeutet generelles Fahrverbot für nahezu alle. In Dortmund startet nach Berlin, Ludwigshafen und München das vierte Kabelpilotprojekt. Günter Wallraf präsentiert sein Buch "Ganz unten", in dem er die Lebensumstände und Behandlung der Gastarbeiter anprangert. In Hohensyburg eröffnet ein weiteres Spielcasino in NRW, der Mindesteinsatz beträgt (noch) eine DM. Aber mit steigenden Einsätzen steigt auch schnell die Summe, die Vater Staat jährlich absahnen kann.
Die Vonderorter Schützen rüsten sich zu ihrem 60. Geburtstag, die Welheimer bereiten ihre 75 Jahr-Feier vor. Die Eigener Schützen zeigen sich auf der Jahreshauptversammlung mit den Leistungen ihres Vorstandes durchaus zufrieden und der Entlastung steht nichts im Wege. Als Vereinsmeister werden geehrt bei den Junioren Erich Weber (321 Ringe), Peter Vogel (300) und Michael Richter (299), bei den Senioren Henry Kräft (197), Robert Koch (191) und Bernhard Polnik (188). Der Vorstand berichtet über den Stand der Vorbereitungen zum Schützenfest im September, das besondere Beachtung verdient, weil die vierte Kompanie ihr 25jähriges Jubiläum und der Gesamtverein sein 65jähriges Bestehen würdevoll begehen wollen. Aus diesem Grunde hat uns auch der Ortsschützenbund die Ausrichtung des Bundesschützenfestes übertragen.
An zwei Wochenenden Anfang Mai feiert die "Vierte", wie man es von ihr gewohnt ist. Im festlich geschmückten Saalbau Wittstamm laufen zwei tolle Abende ab mit Einblicken in Chronik und Geschichte des Bottroper (Eigener) Schützenwesens durch Frau Rosemarie Hillringhaus und den Vorsitzenden der Historischen Gesellschaft Bottrop Hanns Wilhelm Große-Wilde und mit einem ausgezeichneten Show Programm, das nicht nur die Mitglieder der Jubiläumskompanie in seinen Bann zieht. Wir nehmen dieses Fest zum Anlass einer Selbstdarstellung der "Vierten" durch ihren Kompaniechef (seit 1974) Herbert Preuthen.
Die letzte Übung zum Schützenfest - sprich Ausmarsch am 24. August - zeigt das Bataillon in erstaunlich guter Frühform. Vom Sammelpunkt beim Vorsitzenden Peter Neises marschiert das Bataillon mit Musik fast 100 m weiter zum Wohnhaus der Königin Gisela I. (Hausmann) und von dort aus auf die "Königswiese", eine große Rasenfläche hinter dem Haus der Majestät Josef II. (Waßmuth), wo ein zünftiges und ausgiebiges Biwak stattfindet, an dem wohl keiner der Teilnehmer etwas auszusetzen hat. Einzig Leidtragende sind die Tannen im hinteren Teil der Wiese ...
Auch über das Bundesschützenfest vom 7. bis 9. September gibt es nur Positives zu berichten. Schon vor fast 65 Jahren wurde der Ablauf festgelegt und hat sich in dieser Form auch bewährt, so dass Änderungen kaum notwendig werden. Am Samstag die Bundessitzung als Eröffnung, dann der Festgottesdienst in der St.-Pius-Kirche unter Mitwirkung des Kirchenchores der Liebfrauengemeinde, anschließend die Totenehrung auf dem Nordfriedhof. Dann die Überraschung auf dem neuen Festplatz an der Brömerstraße: Die schweren Transportfahrzeuge für das Zelt und die Vergnügungsgeschäfte haben in Verbindung mit dem Dauerregen den Festplatz in eine Schlammwüste verwandelt, also Hosenbeine hochziehen und durch, für die Männer relativ einfach. Dann der "weltliche" Teil im festlich geschmückten Zelt. "Zeltsprecher" Helmut Kleinmann besorgt die Conterence, Vorsitzender Peter Neises spricht die Ehrungen aus (Wanderschnüre und Verdienstorden) und die Majestäten Josef II. und Gisela I. verleihen die Königsorden. Nach dem "Großen Zapfenstreich" und einem Gastauftritt der Funkengarde der KG Stellkeswägg heißt es dann: "Parkett frei!" zuerst für den Throntanz und dann für die erwartungsvollen Gäste. Zu den Klängen der "Kurt-Kellner-Band" wird dann die Nacht lang und länger. Der Frühschoppen am Sonntagmorgen findet dennoch seine Freunde und trotz Nieselregens versammeln sich auch mittags viele Zuschauer am Berliner Platz, um die große Königsparade und den Festzug durch die Innenstadt zum Eigen zu verfolgen. Besonderen Beifall zollen die Zuschauer den Königspaaren, die alle in
weißen, von Schimmeln gezogenen Kutschen vorfahren und auch so am Festumzug teilnehmen.

Für die Eigener Schützen ergeben sich unterwegs zwei nette Überraschungen:

Roland Schulz, Mitglied der 3. Kompanie und z.Zt. Wirt der "Prosperstuben" hat am Zugweg einen ganzen Tisch frisch gezapfter Biere bereitgestellt. Soviel Zeit muss sein, also raus aus dem Glied, ein Bier und weitermarschiert. Jupp Schürmann, ebenfalls Mitglied der 3. Kompanie und Gastwirt, kommt auf eine ähnliche gute Idee und schickt seine Kellnerinnen mit Tabletts voller Klarer in die Marschkolonne. Wer kann da schon "Nein" sagen? Freundliche Menschen haben in der Zwischenzeit den Festplatz mit Hilfe von Stroh und Bohlen wenigstens teilweise begehbar gemacht. Und mit Ehrungen, Biermarken und viel Musik wird auch dieser Festball wieder ein voller Erfolg. Am Montagmorgen hat der Wettergott ein Einsehen, strahlender Sonnenschein begleitet die Schützen vom Vereinslokal Wittstamm zum Festzeit, wo unter Musikbegleitung über 20 Ehrengäste den Vogel mit ihren Schüssen .erschrecken". Die Trophäen bleiben allerdings bei den Schützen des BSV Eigen: Krone (84. Schuss) Erwin Lißner, Zepter (113. Schuss) Reinhard Borowski, Reichsapfel (127, Schuss) Eckehard Pawlenka, linker Flügel (203. Schuss) Udo Braun und rechter Flügel (275, Schuss) Roland Schulz, die "Goldene 65" sichert sich Erich Weber.
Wie immer geht es dann um die Erbsensuppe, bevor die Königsanwärter ans Werk gehen. Gangolf Große-Wilde von der dritten und Herbert Preuthen von der vierten Kompanie liefern sich ein heißes Duell. bevor Herbert Preuthen im Jubiläumsjahr der "Vierten" auch die Königswürde erringen kann. Hildegard Langehegermann wird gemeinsam mit ihm die Eigener Schützen für zwei Jahre "regieren". Mit der Proklamation des neuen Königspaares, der Verabschiedung der alten" Majestäten und der Königsparade gleitet der Tag in einen stimmungsvollen Krönungsball, mit dem das Fest ausklingt. Nach Meinung der "Ruhr-Nachrichten" geht hiermit ein weiteres gelungenes Fest in die Schützengeschichte Eigen ein.
1986 wird in Bottrop der "Förderberg" in Betrieb genommen. Durch diesen mit Forschungsmitteln des Bundes geförderten Schrägschacht kann der Transport der Waschberge von der Aufbereitungsanlage der Zeche Prosper II im Süden Bottrops zur Bergehalde Franz Haniel im Norden Bottrops untertägig durchgeführt werden. Umwelt und Straßen Bottrops werden erheblich entlastet.
Die Majestäten Herbert I. und Hildegard I. werden wohl gewusst haben, welches umfangreiche Programm sie zu absolvieren haben. Wollen doch alle Kompanien gleichmäßig mit Aufmerksamkeit bedacht werden. Sei es bei der Vereinsmeisterschaft, beim Rosenmontagsball - gemeinsam mit allen bei Wittstamm tagenden Vereinen, beim Spaß rund um das Osterei, bei Ausflügen, Biwaks, Manöverschießen und Kompaniefesten, bei Besuchen bei der Bundeswehr und natürlich bei den Schützenfesten der anderen Bottroper Vereine bis hin zum Bataillonsfest im Oktober, das unter Mitwirkung des Männerchores 1881, der KG Stellkeswägg mit ihren flotten Einlagen und der Kapelle "City Sound" zu einem bemerkenswerten Erfolg wurde
Wenn wir in diesem Abschnitt nicht über die Erfolge der Eigener Pistolenschützen berichtet haben, so bedeutet das nicht, dass sie erfolglos waren. Stammt doch aus dieser Zeit u.a. die Schlagzeile: Eigener Schützen "sahnen" Titel ab. Aufgezählt werden hier die Erfolge bei den Rundenwettkämpfen. Als ausgesprochen treffsicher erweist sich mit dem Luftgewehr Robert Koch. Gelingt es ihm doch - laut Zertifikat das Rheinischen Schützenbundes - mit 100 Schuss auf die Zehner-Ringscheibe 1615 Ringe zu erzielen, das soll erst einmal einer nachmachen!
Wenn dieses Festbuch die Vergangenheit des BSV Eigen beleuchtet, wird damit auch die Geschichte des Ortsschützenbundes Bottrop in das Blickfeld des Bürgers gerückt.
Hierbei sollte auch des Ehrenvorsitzenden des Ortsschützenbundes, Heinrich Schierenberg, gedacht werden. Sein Name ist mit der Geschichte des Ortsschützenbundes Bottrop engsten's verbunden. Wenn der Schützen strammer Schritt durch Bottrops Straßen hallte, Heinrich Schierenberg war und ist immer noch dabei.
Schon früh fand Heinrich Schierenberg den Weg zu den grün-weißen Fahnen. Seine ganze Liebe gilt dem Bürgerschützenverein Bottrop-Batenbrock. Hier wurde er auch zum Vorsitzenden gewählt. Er blieb es 14 Jahre lang. Seine vielen Ehrenämter aufzuzählen, ist fast unmöglich.
Mit viel Freude gab er die wenige Zeit, die ihm für private Dinge blieb, für jagdliche Interessen her. In der Jagd sucht er Erholung und Entspannung.
Im Ortsschützenbund Bottrop hatte man schon früh sein Organisationstalent und seine Führungsqualitäten erkannt. Als der damalige 1. Vorsitzende Dr. Bernhard Limberg 1974 sein Amt niederlegte, wurde Heinrich Schierenberg zum Vorsitzenden gewählt. Er leitete 20 Jahre lang den Ortsschützenbund Bottrop bis 1994 und halt mit die Schützenfeste in Bottrop zu echten Heimatfesten werden zu lassen. Bottrops Schützenwesen zu einem einheitlichen Gebilde zusammenzufügen, war sein anliegen, ist sein sehnlichster Wunsch.
Wenn die Schützenvereine sich als Träger des Heimatgedankens und als Hüter der Traditionen erweisen sollen, dann sind diese Merkmals in hohem Maße in der ragen- den Gestalt von Heinrich Schierenberg verkörpert. Nicht wegzudenken ist er von der Bühne unserer Heimatstadt Bottrop in den Tagen, da die Fanfaren die Schützenfeste ankündigten, Unter seinem Kommando hatte er den äußeren Ablauf fest in Griff. und stets waren dies Feste unter seiner Regie mit einer Perfektion sondergleichen abgerollt.
Seine Leistung für 20jährige Vereinsführung im Ortsschützenbund Bottrop wurde 1994 mit dem Titel "Ehrenvorsitzender" honoriert.
Anlässlich der 75 Jahrfeier des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen 1920 e.V. lässt es sich Heinrich Schierenberg, ein Freund des BSV Eigen, nicht nehmen, die Laudatio zum Jubiläumsfestakt am 22. August zu halten. Am Tage unseres Jubiläums wollen wir diesem verdienten Schützenbruder herzlich danken für das, was er uns und dem Ortsschützenbund Bottrop und den nachfolgenden Generationen in Wort und Tat hinterlassen hat.
Mögen ihm noch viele gesunde Jahre mit seiner Gattin und den Kindern in seiner Vaterstadt Bottrop beschieden sein! Das ist der Wunsch aller seiner Schützen und des Vorstandes des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen 1920 e.V.


zum Seitenanfang

 

Anno 1987-1988
 
1987 besuchen 60000 Menschen die dreitägige Taubenolympiade in den Westfalenhallen und Dortmunds letzte Zeche "Minister Stein" wird stillgelegt, Die Bottroper Zeche "Franz Haniel" ist eine Station auf der Deutschlandreise des Papstes Johannes Paul II. Das von den Auszubildenden des Bergwerkes errichtete Holzkreuz, unter dem der Papst eine Ansprache hält, steht heute als Gipfelkreuz auf der Bergehalde Haniel.

Der Vorstand des BSV Eigen ( Peter Neises und Paul Canibol, Otto Schwab und Willi Kerkhoff, Bernhard Wachtmeister und Werner Tebernum, Harry Arning, Paul Kabut und die Kompanieführer Helmut Sandforth, Alfred Schoppen und Herbert Preuthen sowie deren Stellvertreter Bernhard Polnik, Ernst Borowski und Erwin Zobel) ist nach seiner Bestätigung durch die Jahreshauptversammlung schon wieder voll beschäftigt mit den Vorbereitungen für das 21. Schützenfest des BSV Eigen im Juli, 400 Mitglieder dürfen sich freuen auf "Drei tolle Tage auf dem Festplatz an der Brömerstraße". Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Viele Termine sind noch wahrzunehmen: Vereinsmeisterschaften, Ostereier-Schießen und -essen, Pokalschießen, Teilnahme am 30jährigen Jubiläum des Schützenvereins Ellinghorst bis hin zum "Abschlusstraining" beim Biwak am 27. Juni, bei dem sich die Eigener Schützen wieder mal als ausgesprochen "standfest" erweisen.

Mit "Volldampf" geht's dann ins Schützenwochenende. Wie. immer von Vorstand und Festausschuss perfekt organisiert, von den Schützen und Bürgern freudig angenommen und vom Wettergott begünstigt läuft das traditionelle Programm ab. Beim Bürgerball am Samstag können drei Schützen für fünfzigjährige Mitgliedschaft geehrt werden: Heinz Pehl, Theo ter Horst und Hans Selzener. "Zu erwähnen ist die triumphale Königsparade auf dem Schulhof der Richard-Wagner-Schule, wo sich bei herrlichstem Sonnenschein zahlreiche Gastvereine und Besucher eingefunden haben," berichtet der Stadtspiegel.

Der Montag ist der Tag der dritten Kompanie. Nach den Ehrenschüssen übernimmt sie das Kommando und erobert alle Trophäen: Krone (76. Schuss) Arno Freitag, Zepter (88. Schuss) Horst Kuhnke, Apfel (93. Schuss) Helmut Grön, linker Flügel (195. Schuss) Roland Schulz und schließlich auch noch den rechten Flügel (365. Schuss) Jürgen Dietz. An Kandidaten für die Königswürde ist nach der Mittagspause kein Mangel: mit Paul Canibol, Alfred Schoppen, Gangolf Große-Wilde, Heinz Rüdel, Peter Hausmann, Alfred Rehme und Wolfgang Braun treten sieben Mann unter die Stange. Gangolf Große-Wilde macht kurzen Prozess, nach einer knappen halben Stunde schlägt er zu und erkämpft mit dem 468. Schuss auch noch den Vogelrumpf für die dritte Kompanie. Einen solchen Triumph hatte vor genau zehn Jahren auch die erste Kompanie errungen. Neben Gangolf I. wird Hannelore I. (Rehrne) zwei Jahre lang die Eigener Schützen regieren.

Im .verflixten" siebten Jahr haben sich auch die Kontakte - vor allem der vierten Kompanie - zum Jägerausbildungsbataillon in Borken weiter gefestigt. Bei vielen gemeinsamen Veranstaltungen werden nicht nur Bekanntschaften, sondern auch Freundschaften geschlossen. Es gibt eine "Pättkestour" durchs Westmünsterland, einen "Damenausflug" zu den Jagdfliegern in Hopsten, eine Inforeise der Eigener Schützen zur Bundeswehrgarnison" in Osterode und zum Bundesgrenzschutz nach Goslar sowie das Schießen der Eigener auf dem Bundeswehrschießstand in Borken; auch die Weihnachtsleier der "Vierten" veranstalten Borkener Jäger und Eigener Schützen gemeinsam im Saalbau Wittstamm.

434 Mitglieder zählt der BSV Eigen zu Beginn des Jahres 1988. In der Jahreshauptversammlung kann der Vorstand auf ein gelungenes Schützenjahr zurück blicken, dessen Höhepunkte neben zahlreichen Festen und Schießen in den Kompanien das Schützenfest im Juli und der große Krönungsball im Herbst waren. Einmütig beschließt die Versammlung, 1989 wieder ein Schützenfest durchzuführen, und umgehend mit den Vorbereitungen zu beginnen. Vorher ist allerdings noch ein weiteres großes Ereignis zu feiern: Die Erste - Gründungskompanie des BSV Eigen - wird 65 Jahre alt, und das feiert sie, fast wie ein richtiges' Schützenfest am letzten Wochenende im Juni.

Das Fest beginnt Freitag mit dem Antreten beim Kompaniechef Helmut Sandforth, von dort geht es mit Musik zum 600 qm großen Festzelt hinter dem Kompanielokal ter Horst. Hier finden unter dem Motto "Alles feiert mit der Ersten" ein großer Bürgerball statt, zu dem Helmut Sandforth neben dem Bataillonsvorstand Peler Neises und Otto Schwab und dem Königspaar Gangolf I. (Große-Wilde) und Hannelore I. (Rehme) zahlreiche Ehrengäste begrüßen kann. Hubert Schittko und Theobald ter Horst verlesen einen Rückblick über 65 Jahre 1. Kompanie und Harty Arning trägt ein gelungenes Potpourri über die 1. Kompanie vor, Textbeispiel: "Millionen Frauen lieben sie, die Jungs der 1. Kompanie". Für weitere Stimmung sorgt bis zum frühen Morgen die Frank-Ford-Band.

"Kinder feiern mit Kindern" heißt es dann am Samstagmorgen. als unter überraschend starker Beteiligung ein großes Kinderfest mit Floh-Markt und Kindertombola startet. Und damit Eltern, Großeltern und andere" Erziehungs-berechtigte" auch mitfeiern können, gibt es mittags für die ganze Familie ein Erbsensuppen. essen. Am Nachmittag treffen sich die Schützen zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Gnadenkirche. Danach startet der Festumzug durch den Ortsteil Eigen zum Festzelt, in dem der Große Jubiläumsball stattfindet. Und das Motto "Alles feiert mit der Ersten" ist nicht zu hoch gegriffen, es hat wirklich "Alles" mitgefeiert, was erneut die Verbundenheit der Eigener mit "Ihrem Schützenverein" beweist.

Am Sonntag gibt es noch einmal ein Frühkonzert mit Frühschoppen (oder auch umgekehrt) bevor das rundum gelungene Fest am Nachmittag mit einer Modenschau bei Kaffee und Kuchen ausklingt

Beim Bundesschießen im August wird der BSV Eigen wegen nicht kompletter Mannschaft Zehnter von zehn Teilnehmern; aus dem gleichen Grunde auch erreicht die 1. Kompanie im Pokalschießen gegen Ellinghorst nur einen ehrenvollen zweiten Platz während die Ellinghorster Vorletzter werden!

Versöhnlicher Abschluss des Jahres sind traditionsgemäß das große Bataillonsfest im Saalbau Wittstamm und die Weihnachtsfeiern in den Kompanien.

zum Seitenanfang

 

Anno 1989-1990
 
1989 ist nicht nur für die Schützen des BSV Eigen ein wichtiges Jahr. Ab dem 10. März hat Bottrop eine weitere Partnerstadt: Merseburg. Sicherung des Friedens und Herstellung gutnachbarlicher Beziehungen auf kommunaler Ebene sind die Ziele, die sich die Vertreter der Städte setzen. Auch das Wetter meint es gut, kann doch Oberstadtdirektor Ernst Löchelt schon am 21. Juli den 50000. Besucher des Stenkhoffbades in dieser Saison begrüßen und mit einem Präsent erfreuen.

Das erste sportliche Ereignis auf Bataillonsebene ist wie in jedem Jahr das Schießen um die Vereinsmeisterschaft. Um auch Vereinsmitgliedern, die nicht "jeden Tag das Gewehr in der Hand haben", eine Chance zu geben, schießen wir erstmals in zwei Leistungsgruppen. In der Gruppe A ("Geübte Schützen") siegt in der Schützenklasse Bernhard Weismüller mit 87 Ringen vor Rolf Porsch (75) und Erich Weber (72), in der Altersklasse Hugo Skowronski (97 Ringe) vor Robert Koch (95) und Henry Kräft (94). In der Gruppe B ("Sonntagsschützen") siegt Otto Schwab (94 Ringe) vor Karl-Heinz Wrona (93) und Horst Bergmann (ebenfalls (93). Den Sieg mit der Luftpistole (Schützenklasse) verbucht Erich Weber für sich vor Bernhard Weismüller und Peter Vogel; in der Altersklasse siegt Erwin Marzian vor Norbert Hassa und Hugo Skowronski. (Die Aufteilung in diese Gruppen wird nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. weil keiner mehr in der Gruppe A schießen will.)

Eigentlich wäre ja der BSV Vonderort an der Reihe gewesen, aber der verzichtet. Die Eigener springen in die Bresche und feiern mit ihrem 22. Schützenfest gleichzeitig das diesjährige Bundesschützenfest. Dazu gehört natürlich auch das Ausrichten des Bundesschießens. Wenn nur das Gewinnen such so einfach wäre, wie das Ausrichten; neun Mannschaften - allen voran der BSV Fuhlenbrock - erringen zum Teil deutlich mehr Ringe als die Eigener, weil trotz der Mitgliederstärke des Vereins von über 400 Mann keine komplette Mannschaft zu diesem Wettbewerb antritt. Schwamm drüber(?)

Dafür herrscht beim Biwak - die traditionelle Generalprobe vor dem großen Fest - eine um so stärkere Beteiligung und eine Superstimmung. Dafür sorgt - wie schon so oft - der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr unter der Stabführung von Gerd Gensty, der sowohl beim ersten Antreten beim amtierenden Schützenkönig Gangolf I. als auch bei der Königin Hannelore I. und nicht zuletzt an der Endstation im "Beckfelds Büschken" für zünftige Melodien und schmissige Rhythmen sorgt. Der 1. Vorsitzende, Peter Neises, trägt mit einigen Beförderungen (Henry Kräft zum Oberleutnant, Heinrich Krolitzek und Rudi Möller zum Leutnant) zum Gelingen des Tages bei.

Nicht nur große Plakate, auch aufwendige Artikel in den Bottroper Zeitungen künden dann von dem großen Ereignis, das vom 12. bis 14. August auf dem Festplatz an der Liebfrauenschule stattfindet. Beschränken wir uns auf eine Bildunterschrift im "Stadtspiegel Bottrop" vom 9. August: "Schützenfeste im Eigen haben eine lange Tradition". Diese Tradition bestimmt auch den Ablauf des Festes mit Bundessitzung. Festgottesdienst, Kranzniederlegung, Bürgerball und Großem Zapfenstreich am Samstag, Frühschoppen am Sonntagmorgen, Empfang der Gastvereine mit ihren Königspaaren auf dem Berliner Platz mit Königsparade und dem Festzug zum Eigen, Ehrung der Bundessieger und dem großen Festball am Sonntagabend. Feuer frei! heißt es dann am Montagmorgen. Über 2000 Zuschauer wollen sich bei hochsommerlichem Wetter den immer wieder spannenden Kampf um die Trophäen und die Königswürde nicht entgehen lassen. OB Kurt Schmitz ist im Urlaub, Bürgermeister Winfried Fockenberg terminlich verhindert, also erledigt Heinrich Schierenberg, Vorsitzender des Ortsschützenbundes, in gewohnter Souveränität den dem amtierenden Stadtoberhaupt zustehenden ersten Schuss "in Vertretung". Auch die Pfarrer Nyssing, Dahmen, Schwering und Neumann. die Direktoren von Stadtsparkasse, Volksbank und Commerzbank, die Vorsitzenden des BSV Eigen

und natürlich die amtierenden Majestäten Gangolf I. (Große-Wilde) und Hannelore I. (Rehme) geben ihre Ehrenschüsse ab. Erst danach dürfen die Schützenbrüder sich um die Trophäen kümmern. Zunächst sieht es ganz so aus. als wolle die "Erste" ihren Erfolg von 1977 wiederholen: Dirk Gattnar holt mit dem 40. Schuss die Krone, Frank Wilke mit dem 41. Schuss das Zepter. Karl-Heinz Tolksdorf mit dem 44. den Apfel und Peter Switala mit dem 195. Schuss den linken Flügel. Und dann holt mit dem 329. Schuss die "Dritte" den rechten Flügel. Jürgen Begger hat dis Serie der "Ersten" gebrochen. Nichtsdestotrotz hat nach der Erbsensuppe der Königskandidat der ersten Kompanie die besten Nerven. Um 14.33 Uhr holt mit der 65. Königspatrone der Spieß der ersten Kompanie Rudi Wesselborg den Vogelrest von der Stange und damit die Königswürde. Hannegret l. (Lefering) heißt für die nächsten zwei Jahre die Königin an seiner Seite. Das bringt gerade in der "Ersten" die Stimmung auf den Höhepunkt. kann sie doch nach 12 Jahren Abstinenz endlich wieder den König stellen. Der "Rest" des Tages verläuft dann wieder entsprechend der Tradition: Königsproklamation mit Übergabe der Thron-Insignien, die Königsparade mit Festumzug durch den Eigen und schließlich der feierliche Krönungsball. Aber der große Erfolg dieses Eigener Schützentestes ist nicht nur den Schützen zu verdanken, sondern einmal mehr der sehr regen Beteiligung der Bottroper Bevölkerung.

Der letzte Höhepunkt des Jahres ist traditionsgemäß das Bataillonsfest. Anfang November, das als glanzvoller Krönungsball in die Chronik eingehen wird. Peter Neises begrüßt eine überaus große Gästeschar, darunter auch Abordnungen der be- freundeten Schützenvereine Marl-Frentrop und Gladbeck-Ellinghorst und viele ehemalige Schützenkönige und -königinnen. Bernhard Weismüller und Hugo Skowronski erhalten die errungenen Wanderschnüre und die Führer der drei Kompanien überreichen den Majestätsn Rudi I. (Wesselborg) und Hannegret I. (Lefering) ein Blumenangebinde. Für den Rest sorgt das glänzend aufgelegte Duo "Die Zwei".

1990 ist ein bedeutsames Jahr - nicht nur für Deutschland. Der Irak beginnt einen Krieg gegen das Emirat Kuweit, die Welt schlägt erbarmungslos zurück. Im September führt die Bundesregierung neue Banknoten ein, angeblich völlig fälschungssicher, aber dann kommt der Farbkopierer ...

Im Oktober geschieht das völlig Unerwartete: Die Mauer in Berlin fällt, nach 45 Jahren ist Deutschland wiedervereint. Wenig später zerbricht das gesamte sozialistische System und mit ihm der "Ostblock". Die "Sowjetunion" existiert nicht mehr. Erst jetzt wird klar, welche verheerenden Folgen die sozialistische Planwirtschaft hatte.

Auf der Jahreshauptversammlung des BSV Eigen im März gibt es im Vorstand einige Änderungen. Vorsitzende sind nun Peter Neises und Alfred Rehme, Geschäftsführer Otto Schwab und Robert Koch, Schatzmeister Bernhard Wachtmeister und Werner Tebemum, Sport- und Sozialwart ist Rudi Wesselborg, Bataillonskommandeur ist Leo Ketteler.

Oberstleutnant Hans Bonin der Chef Borkener Jäger, der übrigens in diesem Jahr für seine ehrenvollen Verdienste "zum Wohle der Bürger" mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird, lädt die Schützen des BSV gleich zu zwei Veranstaltungen seiner Einheit ein.

Ein großes Ereignis im September ist das Stadtteilfest, das nach dem großen Erfolg 1988 auch in diesem Jahr von allen bei Wittstamm tagenden Vereinen durchgeführt wird. Selbstverständlich sind auch die Schützen aktiv beteiligt und helfen mit, den Reinerlös zu steigern, der für einen wohltätigen Zweck zur Verfügung gestellt wird.

ln diesem Jahr trennen sich unsere so erfolgreichen Pistolenschützen vom? BSV Eigen und gründen einen eigenen, rein auf Leistungssport orientierten Verein. Schuld daran haben letztlich die Dachverbände, die zwischen Vereinsmitgliedern und Sportschützen keinen Unterschied mehr machen und hohe Beitragsnachforderungen stellen. Für den BSV Eigen lautet die Konsequenz genau wie für andere Schützenvereine: Austritt aus den Dachverbänden Wettkämpfe nur noch auf der Ebene des Ortsschützenbundes.

 

Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass diese Chronik vorwiegend über die Schützenfeste und die Bataillonsteste berichtet. Natürlich sind dies die Höhepunkte in unserem Vereinsleben, aber ebenso natürlich gibt es zahllose weitere Veranstaltungen auf Bataillons und Kompanieebene, deren bloße Aufzählung diesen Rahmen sprengen würde. Hier daher nur ein Beispiel aus jeder Kompanie: Die "Dritte" trifft sich alljährlich im Januar zum "Heddenhausen-Grünkohlessen", bei dem nicht nur Grünkohl mit Hemchen und Mettwurst vertilgt werden, sondern allein 19 Pokalsieger geehrt werden. Hierbei werden auch die Kompaniemeister ausgezeichnet, sowie die im Laufe des vergangenen Jahres erworbenen Leistungsabzeichen verteilt, wie Rheinlandnadeln, Jahreswappen, Schützenkordeln usw- Die "Vierte" stellt ihr zweijährliches Kompaniefest jeweils unter ein bestimmtes Motto. Nach einer "Ungarischen Nacht" im Jahre 1988 heißt es in diesem Mai .,E viva Espana". Im festlichem - Stil einer spanischen Bodega - geschmückten Saalbau Wittstamm zeigt die Formation "Alma Gitanal" eine Stunde lang eine rassige Flamenco Show, anschließend bietet die Tanzgruppe "Real" unter Leitung von Astrid Rüdiger eine flotte Tanzshow mit Lambada. und Disco-Fox-Rhytmen, die durch raffinierte Licht- und Nebeleffekte unterstützt wird. Besondere Stimmung kommt auf, als die Tänzerinnen und Tänzer die Schützenbrüder und ihre Damen zum Mittanzen auffordern. Die gelungene Feier dauert bis weit in den frühen Morgen. Die "Erste" feiert u.a. im Oktober ihre "Eintagsmajestäten" mit einem Manöverball, denn die Schützen der 1. Kompanie können nicht nur gut schießen, sondern auch kräftig feiern. Sechs Majestäten kann der Kompanieführer Helmut Sandforth begrüßen, nämlich das "richtige" Königspaar Rudi I. (Wesselborg) und Hannegret I. (Lefering), das "Eintagskönigspaar" Ralf und Christiane Grätz und die ..Eintags- Majestäten" des Vorjahres Kurt Gawrisch und Monika Sandforth. Neben Delegationen des Vorstands und der anderen Kompanien nimmt auch eine starke Abordnung der Schützenfreunde aus Ellinghorst an dem Fest teil, das mit Ordensverleihungen, Tanz, Unterhaltung. Plaudern und Singen und einer großen Tombola erst in den Morgenstunden ausklingt.
 

 

Anno 1991-1992
 
Auf der Jahreshauptversammlung im März 1991 kann Peter Neises, der Vorsitzende des größten Bürgerschützenvereins im Ortsschützenbund, auf ein gutes und erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Rechenschaftsberichte das Geschäftsführers Otto Schwab, des Schatzmeisters Bernhard Wachtmeister, des Sport- und Sozialwartes Rudi Wesselborg und der Kompanieführer werden mit viel Beifall aufgenommen, so dass der Entlastung des Vorstandes nichts im Wege steht. Auch die übrigen Punkte der Tagesordnung wie z.B. die Neufestsetzung des Jahresbeitrages auf 70 DM, werden zügig abgewickelt, und bereits nach 76 Minuten kann Peter Neises die Versammlung mit einem "Gut Schuss" beenden.

In Vorstand und Festausschuss laufen schon jetzt die Vorbereitungen für das Schützenfest im Juli. Nach vielen anderen Terminen in den Kompanien treffen sich die Schützen zur Generalprobe, dem traditionellen Biwak, am 6. Juli im "kleinen Bier- anzug- (d.h. sommerliche Kleidung und Schützenmütze) beim Oberst Peter Neises, wo eine erste "Stärkung" auf die Schützen wartet. Natürlich ist das amtierende Königspaar Rudi I. und Hannegret I. mit von der Partie. Der Spielmannszug Blau-Weiß unter Heinz Wasseveld geleitet dann die Marschkolonne zum Parkplatz des TC Stadtwald an der Stenkhoffstraße. Dieser Marsch schwächt die Teilnehmer so sehr, dass eine erneute "Stärkung" dringend erforderlich ist, damit die Schützen den Weg bis zum Hause der Königin Hannegret I. kurz vor der Gaststätte ter Horst, durchhaften. Nach einer dort empfangenen dritten "Stärkung" steigt die Formkurve steil an, der Rest des Weges ist nur noch eine Kleinigkeit, der offizielle Teil mit Beförderungen wird schnellstens erledigt und dann endlich geht's bei Freibier. Würstchen und Gebäck einige Stunden lang richtig zur Sache. Die Schützen zeigen sich in Hochform, das Schützenfest kann beginnen. Nach 22 erfolgreich durchgeführten Schützenfesten des BSV Eigen bereitet auch die Organisation des 23. keine Schwierigkeiten, erfordert aber immer wieder einiges an Flexibilität, wenn Petrus nicht mitfeiert. Die Kranzniederlegung nach dem Gottesdienst in der Liebfrauenkirche muss wegen strömenden Regens verschoben werden, der in Beckfelds Büschken geplante große Zapfenstreich wird kurzerhand ins Festzelt an der Liebfrauenschule verlegt und auf den Rest hat Petrus nur noch ganz wenig Einfluss. Die Eigener Schützen und die Bürger lassen sich durch den Regen nicht aus der Ruhe aber im Festzelt kräftig in Stimmung bringen, und bei der Königsparade am Sonntag scheint ja auch schon wieder die Sonne. Beim abendlichen Festball werden vom Bataillon wieder Beförderungen ausgesprochen und das scheidende Königs- paar Rudi I. und Hannegret I. verleiht verdienten Schützen den Königsorden. Schon jetzt richtet sich das ganze Interesse auf das Königsschießen am Montag. Und dies beginnt auch ganz harmlos; OB Kurt Schmitz und Heinrich Schierenberg sowie die Prominenz aus Kirche, Politik und Verwaltung sowie die Majestäten Rudi I. und Hannegret I. und der Bataillonsvorstand erledigen ihre Ehrenschüsse und mit dem 49. Schuss holt sich Karl Fiege die erste Trophäe, die Krone. Das Zepter geht mit dem 157. Schuss an Frank Teske, der Reichsapfel an Karl Fiege, der rechte Flügel (314. Schuss) an Erich Weber und der linke Flügel (461. Schuss) an Jürgen Begger. Ist diese Schusszahl schon relativ hoch (bei sieben früheren Schützenfesten stand zu diesem Zeitpunkt schon der König fest), so schießen die drei Anwärter Gangolf Große-Wilde, Otto Schwab und Peter Neises) noch 191 Königspatronen auf den Vogelrumpf, ehe um 15.37 Uhr mit dem insgesamt 652. Schuss Peter Neises das letzte Stück Kleinholz von der Stange absägt. (Den Anwärtern zur Erinnerung und zum Trost: 1977 waren es 712 Schuss, bis der neue König feststand!) Nichtsdestoweniger werden Peter I. und seine Königin Edith II. (Dittmann) von den Schützen begeistert gefeiert. Eine ganz besondere Gratulation überreicht dem neuen Schützenkönig Pfarrer i.R. Wilhelm Nyssing: Der in lateinischer Sprache verfasste Text ist nicht nur für Humanisten interessant. Bei aufmerksamer Betrachtung erkennt man, dass einige der Schriftzeichen in Großbuchstaben dargestellt sind. Hierbei handelt es sich um

"Römische Zahlen" deren Summe die Jahreszahl 1991 ergibt. Die feierliche Proklamation, der glanzvolle Festumzug und ein stimmungsvoller Krönungsball lassen dieses Schützenfest würdig in die Reihe seiner Vorgänger eintreten.

Der neue König heißt Peter I.

Lieber Peter I.!

Libenter gratVLor tibl eXornato - VniVersa eXspeCtatlone atqVe assenslone - aLla Dlgnltate regla, atqVe eXopto tlbl faCVLtates regnanDI Ingenlo - prVDentla - VIrtVte.

Bottrop, im Juli 1991 Am Limberg 17

Recht gerne gratuliere ich Dir, der Du nun - nach allgemeiner Erwartung und Zustimmung - mit der hohen königlichen Würde ausgestattet bist,

und ich wünsche Dir die Möglichkeit, mit Geist, Talkraft und Klugheit zu regieren.

PS.?3D+ 2C + 4L + 3X + 9V + 161

1500 + 200 + 200 + 30 + 45+ 16 = 1991

PFARRER NYSSING

Nach einer ganzen Reihe weiterer Veranstaltungen ist im Oktober das Bataillonsfest der nächste Höhepunkt auf Bataillonsebene. Es wird wieder als Krönungsball gefeiert und gibt Gelegenheit, viele Gäste willkommen zu heißen, u.a. Oberstleutnant Hans Bonin von der Bundeswehr, den Ehrenoberst des Bataillons Franz Jochheim und das designierte Stadtprinzenpaar Heinz II, (Louwen) und Uschi I. (Moskwa) von der KG Stellkeswägg. Auch viele ehemalige Majestäten kann der 2. Vorsitzende des BSV Eigen, Alfred Rehme. begrüßen ehe das Königspaar Peter I.und Edith II. und sein Hofstaat feierlich in den Festsaal einziehen, die Wanderschnüre und Ehrenurkunden verteilt werden und schließlich mit der Eröffnung des Buffets der offizielle Teil beendet wird. Für den anderen Teil ist dann die fast schon als Hauskapelle zu bezeichnende ..Top-Sound-Band" zuständig, die ihre Aufgabe auch bravourös erledigt und bis in den frühen Morgen für prächtige Stimmung sorgt.

Höhepunkt des Jahres 1992 ist zweifellos die Feier des 25. Jubiläums der dritten Kompanie, die 1967 neu gegründet wurde, Zum feierlichen Anlass hat Heinrich Krolitzek seiner Kompanie eine neue Standarte gestiftet, die beim Gottesdienst in der Liebfrauenkirche gesegnet wird, nachdem Alfred Schoppen das Schmückstück vorher vorgestellt hatte. Die umfangreiche Liste der Gratulanten wird angeführt von Oberbürgermeister Kurt Schmitz, der die Glückwünsche von Rat, Stadt und Verwaltung überbringt, Das Bataillon denkt praktisch und überreicht ein neues Luftgewehr. Wie beim "richtigen" Schützenfest gibt es abends im Festzeit einen Festball mit Ehrungen verdienter Mitglieder, am nächsten Morgen ein zünftiges Wecken durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr und - in Begleitung des Königspaares Peter I. und Edith II. - einen Umzug zum Festzelt. Hier steht auf dem Programm ein gemeinsames Frühstück, das nahtlos in einen Frühschoppen übergeht. Eine "Große Modenschau" rundet das gelungene Fest ab.

Aus dem "kleinen Grenzverkehr" und Schießwettkämpfen "links und rechts der Boy" hat sich im Laufe von ebenfalls 25 Jahren eine Schützenfreundschaft zwischen dem Schützenverein Ellinghorst und der 1, Kompanie des BSV Eigen entwickelt. Grund genug zu einem "gemütlichen Schützenkommers" im AWO-Heim im Eigen mit gegenseitigen Glückwünschen und dem Versprechen, auch weiterhin einander treu verbunden zu bleiben. Bei den Schießwettbewerben auf Ebene des Ortsschützenbundes macht der Eigen zur Zeit wenig von sich reden. Bei der Stadtmeisterschaft sind wir Sechster, beim Sparkassenpokal Siebter, beim Toten-Gedächtnisschießen Achter. Wir sind zwar nicht mehr die besten, aber mit Sicherheit gehören wir zu den fröhlichsten Schützen, Und darum können wir auch wieder unbeschwert unser Bataillonsfest feiern, in dem u.a. Paul Kabut und Hubert Schittko für 40jährige Mitgliedschaft im BSV Eigen geehrt werden können. Erich Backhaus ist 25 Jahre dabei, Rudi Wesselborg und Reinhard Borowski erhalten die Wanderschnur und Friedrich Neuwirth die Ehrennadel des Vereins. Willi Battenstein und Alfred Krüger werden zum Leutnant befördert, und dann sorgt Jörg Leischen für "Musik zum Tanzen und Träumen".

zum Seitenanfang

 

Anno 1993-1994
 
Das Jahr 1993 beginnt mit dem Neujahrsstammtisch bei der "Vierten", dem Neujahrsempfang und -schießen bei der "Ersten", dem Heddenhausen- Gedächtnis- Essen bei der "Dritten" und den Vereinsmeisterschaften beim Bataillon. Die Sieger mit dem Luftgewehr sind bei den Senioren Norbert Hassa (97 Ringe) vor Hans- Jürgen Fähnrich (93 Ringe) und Rudi Wesselborg (91 Ringe), bei den Junioren Reinhard Borowski (84 Ringe) vor Jürgen Begger (81 Ringe) und Burkhard Felten (80 Ringe; mit der Luftpistole siegt bei den Senioren Hugo Skowronski (73 Ringe) vor Norbert Hassa (70 Ringe) und Jürgen Heuselein (67 Ringe), bei den Junioren gewinnt Jürgen Begger (84 Ringe) vor Ralf Grätz (70 Ringe) und Reinhard Borowski (68 Ringe). Bei der Jahreshauptversammlung im März werden die Sieger geehrt und das "Restprogramm für 1993" vor vorgestellt. Im Bataillonsvorstand sind Neuwahlen notwendig, weil der bisherige Schatzmeister Bernhard Wachtmeister sich aus persönlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung stellt. Neuer Schatzmeister wird Norbert Ahlmann, sein Vertreter ist Jürgen Heuselein, die übrigen Vorstandsmitglieder bleiben in Amt und Würden. Die wichtigste Neuigkeit verkündet Vereinsvorsitzender Peter Neises: Der BSV Eigen feiert vom 29. bis 31. Mai 1993 (Pfingsten) sein Schützenfest auf dem neuen Festplatz am Bahnhof Nord (Brünerstraße). Die Stadt hat tief in die Tasche greifen müssen, um für die Eigener Vereine - nicht nur für die Schützen - diesen Festplatz zu errichten. Mit entsprechendem Aufwand erfolgt dann auch am ersten Tag unseres Schützenfestes, dem Pfingstsamstag, die Übergabe des Platzes. Der Kranzniederlegung und dem Toten gedenken auf dem Nordfriedhof folgt ein ökumenischer Gottesdienst auf dem neuen Festplatz, der von Pastor Ingo Neumann (Gnadenkirche) und Pfarrer Manfred Schwering (St- Pius-Plarrkirche) sowie dem Kirchenchor der Liebfrauenkirche unter Werner Bergendahl und dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr unter Kurt Wolff gestaltet wird. Oberbürgermeister Kurt Schmitz würdigt in seiner Ansprache die von Vereinen und Organisationen für das Leben einer Stadt und auch das Engagement der Teerbau, die den Schießstand gebaut hat.

Ein Fässchen Freibier von der Stadt für die zahlreich angetretenen Schützen, Vertreter der anderen Eigener Vereine und die vielen interessierten Eigener Bürger ist auch noch drin. Peter Neises bedankt sich im Namen aller -nicht nur für das Freibier. Für den Rest des Festes verlassen wir uns wieder auf den eingespielten Ritus und auf die Tradition. Von einigen kleinen Regenschauern abgesehen, können Paraden und Umzüge programmgemäß abgewickelt werden. Beim Festball werden Paul Hötten und Hans Stratmann für 40jährige Mitgliedschaft geehrt, 15 Schützen erhalten die Ehrung für 25jährige Mitgliedschaft und für ihren besonderen Einsatz bei der Anlage des neuen Festplatzes und des Schießstandes werden Leo Ketteler zum .Bauleiter h.c." und Jürgen Heuselein zum .Baumeister h.c." ernannt.

Planmäßig beginnt dann wieder das Vogelschießen am Montagmorgen. 28 Ehrengäste, unter ihnen Oberbürgermeister Kurt Schmitz. Ortschützenbund-Vorsitzender Heinrich Schierenberg, die Bürgermeister Thiehofe und Helbig, Oberstadtdirektor i-R. Bernd Schürmann. MdL Barbara Wischermann und Klaus Strehl, der Bataillonsvorstand und nicht zuletzt die (noch) amtierenden Majestäten Peter I, (Neises) und Edith II. (Dittmann) feuern ihre Ehrenschüsse ab, ehe die Schützen ans Werk gehen. Schon bald fällt die Krone für Burkhard Felten (48Schuss). das Zepter erringt Erich Weber mit dem 161. Schuss, der Apfel fällt beim 216. Schuss an Friedhelm Vesper. den rechten Flügel holt sich Franz Spielkamp mit dem 342. Schuss und den linken Flügel Erwin Zobel mit dem 397. Schuss. Und dann stellt sich sehr schnell heraus, wer neuer König des BSV Eigen werden will: Schon mit der 27. Königspatrone fegt - auf seinem .,eigenen" Schießstand - um 14.38 Uhr Jürgen Heuselein den Vogelrest von der Stange Als Jürgen I. trägt sich der aktive Schütze der dritten Kompanie in die Liste der Eigener Schützenkönige ein und mit ihm die Frau seines Kompanie Kameraden Renate I. Mengel. Beide werden von ihren Schützenbrüdern begeistert gefeiert. Und weil sehr viele Bürger die Einladung von Peter Neises zum "Mitfeiern" wörtlich genommen haben, können die Zeitungen wieder einmal von einem Prachtvollen Spektakel" und einem Glanzvollen Schützenfest" berichten.

Nach der Teilnahme am Bundesschützenfest, das der BSV Boy ausrichtet und der sehr aktiven Beteiligung am diesjährigen Stadtteilfest ist wie immer der nächste Höhepunkt des Jahres das als "Krönungsball" gefeierte Bataillonsfest. Zahlreiche Eigener Schützen sind der Einladung des Vorstandes und des Königspaares Jürgen I. (Heuselein) und Renate I. (Mengel) gefolgt. Jürgen Begger und Hartmut Fähnrich bekommen die Wanderschnüre überreicht, Norbert Hassa und Horst Bergmann erhalten den Königsorden. Einen zusätzlichen Pokal erhält Hartmut Fähnrich, der mit 278 Ringen bei den Stadtmeisterschaften Erster geworden ist. Dann allerdings wird der Ball durch einen tragischen Zwischenfall überschattet: Gegen 23 Uhr bricht unser ehemaliger Bataillonskommandeur und Schützenkönig Theo ter Horst zusammen, der herbeigerufene Notarzt kann nur noch den Tod feststellen.

Das wichtigste Ergebnis der Jahreshauptversammlung 1994 im "Haus Wittstamm" ist, dass die Schützen einem Vorschlag des Vorstands nicht folgen und eine Beitragserhöhung rundweg ablehnen. Die zu ehrenden Vereinsmeister heißen diesmal Rudi Wesselborg und Dirk Kamyczek (Luftgewehr) und Hugo Skowronski und Jürgen Begger (Luftpistole). Ein Schützenfest liegt beim BSV Eigen heuer nicht an, das ist erst für 1995 geplant, in Verbindung mit dem 75jährigen Vereinsjubiläum. Aber trotzdem ist der Terminplan der Schützen prall gefüllt. Neben den "normalen" Aktivitäten nehmen die Eigener im Juni am Brauchtumsumzug der Stadt Bottrop teil und Anfang August wird der Kompaniechef der "Dritten" 60 Jahre alt, na dann ...

Bei den Stadtmeisterschaften erzielen Eigener Schützen wieder brauchbare Ergebnisse. In der Altersklasse aufgelegt werden Hartmut Fähnrich Vierter, Hugo Skowronski Fünfter und Jürgen Heuselein Zehnter, das reicht auch für die Mannschaftsmeisterschaft: in der Seniorenklasse aufgelegt belegen Hubert Gedanitz, Klaus Hetkämper und Andreas Jung die Plätze zwei bis vier, auch das ist der Mannschaftsmeistertitel. Mit der Luftpistole erreichen Udo Vesper, Reinhard Borowski und Burkhard Felten ebenfalls die Plätze eins bis drei und die Mannschaftsmeisterschaft und schließlich wird Jürgen Heuselein in der Altersklasse Dritter.

Das Bataillonsfest Ende Oktober feiert der BSV Eigen im Foyer des Saalbaus der Stadt Bottrop. Das Haus Wittstamm steht zum ersten Mal seit Vereinsgründung für solche Feste nicht zur Verfügung. Nach Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden, Einzug des Königspaares, Ehrungen und Beförderungen wird bei fröhlicher Stimmung ausgiebig das Tanzbein geschwungen.


zum Seitenanfang

 

Anno 1995-1999
 
Im Jahr 1995 haben wir eine umfangreiche Chronik über "75 Jahre Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen 1920 e.V." vorgelegt. Dabei hat der Verfasser bewusst eine große Anzahl mehr oder weniger wichtiger Ereignisse der Vergangenheit eingearbeitet um den Verein nicht isoliert, sondern als wichtigen Bestandteil der Gesellschaft zu präsentieren. Wenn wir jetzt die Chronik fortschreiben, verzichten wir auf die Aufzeichnung "weltlicher" Vorkommnisse, die jetzt noch im Gedächtnis vorhanden sind und im Zeitalter der Elektronik einfacher zu speichern sind, als in der Chronik eines Schützenvereins. Festhalten wollen wir jedoch, was in unserem Verein geschehen ist, und das ist eine ganze Menge.

Traditionsgemäß begann die 1. Komp. das Jahr 1995 mit dem Neujahrsempfang und -schießen, die 3. Komp. startete wie seit 1967 mit dem Heddenhausen-Schießen und -Essen. Die Vierte ließ sich Zeit bis zu Ihrer Jahreshauptversammlung am 03.02.95, hatte sie doch schließlich vor kurzer Zeit unwiederbringlich ihr Komp.-Lokal Wittstamm verloren. Trotzdem bot sie ihren Mitgliedern wie immer ein äußerst attraktives Jahresprogramm, das noch aufgewertet wurde, durch die Feier ihres 35jährigen Bestehens. Ein Teil davon war z. B. das jährliche Vergleichsschießen mit der Bundeswehr in Borken, an dem auch die Schützen der 1. und der 3. Komp. teilnahmen. Vorher hatten diese Komp. bereits ihr Ostereier-Schießen und -Kegeln hinter sich gebracht, die Erste hatte ein Pokalschießen gegen den Bruderverein SV Ellinghorst gewonnen und und und . . .

Aber größere Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. 1995 ist ein Jahr weiterer Jubiläen: Der BSV Fuhlenbrock und der BSV Batenbrock werden 70 Jahre alt und der BSV Hubertus und der VfB Kirchhellen feiern ihr 75jähriges Bestehen. Die Schützenvereine haben wir bei ihren Festen natürlich tatkräftig unterstützt.

Wichtiger für uns war selbstverständlich das 75jährige Bestehen des BSV Eigen. Und das begann mit mehr als einem Paukenschlag. Denn nachdem sich am 22.08.95 Herr Brigadegeneral Heinrich Boehr vom Wehr-Bereichskommando III in Düsseldorf als erster General der Bundeswehr ins Goldene Buch der Stadt Bottrop eingetragen hatte, fand im Saalbau der Jubiläumsfestakt mit Grußworten führender Persönlichkeiten, mit Ehrungen und Beförderungen statt, untermalt vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr unter Kurt Wolff und dem Männerchor 1881 Bottrop-Eigen unter Alfons Düsterhues. Der absolute Höhepunkt dieses Tages war dann das Konzert des Heeresmusikkorps 7 unter Leitung von Major Christoph Lieder. Die ausgezeichneten Musiker des ersten und ältesten Musikkorps der Bundeswehr übermittelten einer begeisterten Hörerschaft die ganze Bandbreite der Musik von Beethoven über Bernstein, Liszt und Lennon/McCartney bis Glenn Miller und J. P. Sousa. Übrig blieb eine Spende von 4000 DM, die Oberbürgermeister Ernst Löchelt für wohltätige Zwecke überreicht werden konnte.

Schon vier Tage später waren über 100 Schützen wieder auf den Beinen. Im "leichten Bieranzug" Treffen beim Vorsitzenden Peter Neises - zwecks Stärkung, weiter zu Manni Hölzemann - zwecks Stärkung und mit Musik zum "Beckfelds Büschken" - zwecks . . . Übung!!!

Am 2. September dann der Startschuss zum Bundesschützenfest 95. Während in der Stadt der Pferdemarkt stattfand, trafen sich die "Eigener" im Festzelt am Nordbahnhof. Nach der üblichen Bundessitzung ging es zum Nordfriedhof zur Kranzniederlegung und dann zum Festgottesdienst in der Liebfrauenkirche. Wieder auf dem Festplatz angekommen hieß es: "Antreten zum Großen Zapfenstreich!" Danach "Start frei" zum Bürger- und Schützenball. Die - noch - amtierenden Majestäten Jürgen I. Heuselein und Renate I. Mengel ehrten verdiente Schützen und verliehen Königsorden und dann nahm bei fleißigen Musikern und fleißigen Kellnern das Fest seinen schon so häufig erprobten Lauf.

Am Sonntagmorgen zum Frühschoppen im Zelt herrschte noch strahlender Sonnenschein, aber mittags zur Königsparade auf dem Berliner Platz wolkenbruchartiger Regen. Als alle genügend durchnässt waren, hörte der Regen dann doch noch auf und die Majestäten konnten mit ihrem Gefolge zum Festplatz ziehen. Dort wurden zunächst die Sieger des Bundesschießens geehrt und dann ging's nahtlos über in den großen Festball. Und mit fleißigen Musikern und mit fleißigen Kellnern . . . warteten wir auf den Montag.

Da war der Himmel zu unserem Glück nur bedeckt, sodass wir nach dem Frühstück ohne Zögern mit dem Jubiläums-Vogelschießen beginnen konnten. Bürgermeister Bernhard Thiehofe eröffnete die Jagd und dann - erstmalig in der Vereinsgeschichte - schoss mit ihrem Ehrenschuss die amtierende Schützenkönigin (Renate I. Mengel) die Krone ab. Wolfgang Macha errang dann die goldene 75 (78. Schuss), Hubert Gedanitz das Zepter (109. Schuss), Theo Wilke den Apfel (130. Schuss), Rudi Wesselborg den rechten (278. Schuss) und Norbert Schürmann den linken Flügel (387. Schuss). Nach der Erbsensuppe traten mit Norbert Ahlmann, Udo Braun und Helmut Sandforth drei kampfstarke Königsaspiranten unter die Stange. Ein kurzer harter Kampf und mit der 27. Königspatrone hatte Helmut Sandforth die Sache für sich entschieden. Und dann? Heimgehen, Frischmachen, Umziehen, Antreten, Festumzug, Festball, fleißige Musiker, fleißige Kellner . . .

same procedure as every year - maybe just a little bit more!

Ein bisschen mehr war auch nötig für die Mitglieder der 3. Komp., die in rund 800 Arbeitsstunden im Kellergeschoss der Willy-Brandt-Gesamtschule an der Brömerstraße einen eigenen Schießstand und einen Gesellschaftsraum errichteten. Neben dem kompanie-internen Schießbetrieb wird die Anlage mittlerweile auch für Vereinsmeisterschaften, Versammlungen, Vorstandssitzungen und für den Sportunterricht der Schule genutzt.

Die Mitgliederversammlung 1996 verlief nach dem beruhigenden Motto: "Im Eigen nichts Neues!" Dann wurde ein waschechter Junge vom Eigen 70 Jahre: Paul Kabut, alt gedientes Vorstandsmitglied, Schützenkönig und Batl.-Kdr. im BSV Eigen. Das Schützenjahr plätscherte ziemlich ruhig vor sich hin. Im Mai fand der Königsball statt, die 4. Komp. unternahm eine mehrtägige Reise in den Harz, Oberst Peter Neises feierte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung seinen 50. Geburtstag und auch der Geburtstag der Königin Edith III. Ahlmann blieb nicht unbeachtet. Im November trafen sich 40 Fahnenoffiziere des Ortsschützenbundes und deren Damen, um im Hause ter Horst ein Vogelschießen zu veranstalten. Und - es geht doch - Tageskönig wurde eine Frau! Kerstin Walterbach vom BSV Batenbrock holte mit dem 499. Schuss den Vogel von der Stange.

Herzlichen Glückwunsch!

Ausnahmsweise noch zwei "Weltliche Meldungen": In Kirchhellen eröffnete 1996 die Movie-World und in Oberhausen das CentrO.

Friedlich/schiedlich/traditionell begann auch das Jahr 1997 mit den hinlänglich bekannten Veranstaltungen. Der langjährige Vorsitzende des Ortsschützenbundes Heinrich Schierenberg wurde 65 Jahre alt und unser 2. Vorsitzender Alfred Rehme beging sein 50jähriges Berufsjubiläum. Die Damen der 1. Kompanie trafen sich erstmals zu einem ungezwungenen Stammtisch (ohne Männer!), aus dem sich später die "Bärenstarken Damen" entwickelten, auf die wir heute kaum noch verzichten können. Und der Vorstand machte sich Gedanken! Über die Mitgliederzahlen. Erstmals informierten die Kompanien im Rahmen eines "Tages der offenen Tür" über das vielfältige Freizeitangebot des BSV Eigen. Aufwand und Einsatz der Schützen waren enorm, der Erfolg eher bescheiden. Was aber dem kurz darauf stattfinden Biwak keinen Abbruch tat. Nachdem die Majestäten Helmut I. Sandforth und Edith III. Ahlmann auf der Stenkhoffstraße heimgesucht worden waren, wurden auf dem Festplatz am Nordbahnhof die Kompanielieder und das Marschieren geübt, bevor es im Biergarten der Gaststätte Sackers, Kirchhellener Str., die heuer ihr 100jähriges Bestehen feiern konnte, richtig "zur Sache" ging.

Und nach dem Biwak das Schützenfest. Der Samstag und der Sonntag verliefen wie gehabt und ohne besondere Vorkommnisse, wobei die rege Beteiligung der Eigener und der Gastvereine und die ausgezeichnete Stimmung wohl kaum noch als "Besondere Vorkommnisse" zu bezeichnen sind. Aber nachdem beim Vogelschießen Hans-Werner Hucke mit dem 38. Schuss die Krone, Reinhard Lucaßen mit dem 81. Schuss das Zepter und Robert Koch mit dem 112. Schuss den Apfel abgeschossen hatten, lief die Zeit davon. Also traten auf Grund eines Vorstandsbeschlusses aus jeder Kompanie fünf ausgeloste Schützen an, um die beiden Flügel mit Sondermunition "abzusägen". Das gelang dann auch Jürgen Rehme mit dem 258. Schuss (linker Flügel) und Rudi Wesselborg mit dem 300. Schuss (rechter Flügel). Zu den Kandidaten, die nach der Erbsensuppe unter die Stange traten, gehörten Karlheinz Stein, Wolfgang Chrzibek, Jochen Schellberg und Herbert Preuthen von der 4. Kompanie sowie Wolfgang Frese und Dieter Lischka von der 3. Kompanie. Wolfgang Frese war es dann auch, der entschlossen durchgriff und sich mit dem 34. Königsschuss den Titel des 26. Schützenkönigs des BSV Eigen sicherte. Der Rest des Tages - wie gehabt, ohne besondere Vorkommnisse. Auch das ein Vorteil der Tradition.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des "Biwak 97" in der Bergischen Kaserne in Düsseldorf. Der Befehlshaber im Wehrbereich III und Kdr. der 7. Panzerdivision, Generalmajor Gert Gudera hatte den BSV Eigen zu diesem informativen und unterhaltsamen Abend eingeladen. Auch das in Bottrop schon bekannte und beliebte Heeresmusikkorps 7 spielte mit, im Gegensatz zum Wetter.

Im September wurde der Wittstamm-Komplex versteigert. Der Saal, in dem alle Eigener Vereine über Jahrzehnte ihre Feste gefeiert hatten, ist mittlerweile der Abrissbirne zum Opfer gefallen, hier entsteht eine Senioren-Wohnanlage.

Keine Neuwahlen, keine Probleme, ein äußerst zufrieden stellender Rückblick auf das vergangene Jahr und ein volles Programm für 1998, das war Anfang des Jahres das Ergebnis der Mitglieder-Versammlungen in Kompanien und Bataillon. So konnten wir u. a. zum zweiten Mal am Biwak der 7. Panzer-Division in Düsseldorf teilnehmen. Wie auch 1997 schossen auch diesmal die 1. und die 4. Kompanie gleichzeitig ihre Tageskönige aus. Friedhelm Sackers siegte bei der Vierten und war damit sogar "Eintagskönig", Hugo Skowronski sicherte sich den Titel bei der Ersten und Harry Emrich bei der Dritten. Auch das Heeresmusikkorps 7 konnten wir noch einmal für ein (wiederum gelungenes) Wohltätigkeitskonzert gewinnen. Neben den schon berühmten Ausflugsfahrten für die Damen und die Herren der 4. Komp. war ein weiterer Glanzpunkt die 75-Jahr-Feier der 1. Komp. An der Vorbereitung waren nicht nur die Schützen der 1. Komp., sondern auch die "Bärenstarken Damen" maßgeblich beteiligt. An der Feier beteiligten sich dann auch die Unbeteiligten - und das nicht zu knapp.

Aber - nach dem Fest ist vor dem Fest. So war der Batl.-Vorstand schon lange mit der Vorbereitung des Schützenfestes 1999 beschäftigt, als im Dezember unvermittelt unser Schützenkönig Wolfgang I. Frese aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte und aus dem Verein austrat. Königin Ellen I. Bessert erklärte sich auf dem Winterball spontan bereit, das Amt gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael weiterzuführen. Die Festteilnehmer bedankten sich für diesen Entschluss mit stehenden Ovationen. Somit stand einem friedlichen Jahresausklang nichts mehr im Wege.

Friedlich aber beileibe nicht schläfrig startete auch das Jahr 1999. Nachdem die Schützen die Feten zum Jahresbeginn "abgearbeitet" hatten, warteten alle auf die Mitgliederversammlungen, denn sowohl in den Kompanien als auch im Batl. standen Neuwahlen an. Bei der 1. und bei der 3. Kompanie ergaben sich in der Zusammensetzung des Vorstands nur geringfügige Veränderungen. Anders bei der Vierten. Herbert Preuthen hatte sich nach 25 Jahren Tätigkeit als Kompanieführer aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Peter Neises ernannte den verdienten Schützen zum Ehrenmitglied, später auch zum Ehren-Kompanie-Führer, und wünschte dem einmütig gewählten Nachfolger im Amt Karlheinz Stein viel Erfolg in der Gewissheit, dass Herbert Preuthen ihm und dem Verein auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.

Auch im Batl. gab es einen Wachwechsel. Nach fast 30 Jahren Vorstandsarbeit, davon allein 15 Jahre als Vereinsvorsitzender, stellte sich auch Peter Neises aus privaten Gründen nicht mehr zur Wahl. Die versammelten Mitglieder nahmen dies mit Bedauern aber auch mit Verständnis entgegen, ernannten Peter Neises zum Ehrenoberst und wählten einstimmig seinen Wunschkandidaten, den bisherigen Schatzmeister Norbert Ahlmann zum neuen Vorsitzenden. Der ehemalige Geschäftsführer Otto Schwab wechselte in das freigewordene Amt des Schatzmeisters, neuer Geschäftsführer wurde Harry Emrich. Alfred Rehme bleibt 2. Vorsitzender, Robert Koch 2. Geschäftsführer. 2. Schatzmeister ist jetzt Wolfgang Chrzibek, Sport- und Sozialwarte sind Norbert Hassa und Hubert Gedanitz. Batl.-Kdr. bleibt Leo Ketteler, sein Stellvertreter Herbert Klang. Mit diesen Vorständen in Komp. und Batl. können wir guten Mutes dem kommenden Schützenfest entgegensehen. Am 8. Mai war es wieder soweit, der erste Ausmarsch zum Schützenfest ist wie immer ist das Biwak. Es fand auf dem Schulhof der Willy-Brandt-Gesamtschule statt.

Nach ein paar Marschübungen, wurden nach alter Tradition wieder Beförderungen vorgenommen.Willi Kerkhoff wurde für seine langjährigen Verdienste zum Major befördert. Heinrich Krolitzek Hauptmann, Wolfgang Chrzibek, Michael Bessert, Roland Krüger und Dieter Maslanak zum Oberleutnant. Zum Leutnant wurden Ludwig Bartelt, Detlef Losch, Franz Pohler und Theo Wilke befördert.

Das Schützenfest vom 22. bis 23. Mai begann wie immer mit einer Festmesse, diesmal in der St. Pius-Kirche. Unser neues Ehrenmitglied Pfarrer Slawomir Galadzun las die Messe, in seiner Predigt ging er voll auf das Schützenwesen ein, es war eine Predigt ganz nach dem Herzen der anwesenden Schützen. Anschließend fand auf dem Kirchplatz eine Parade zu Ehren unserer Königin Ellen I. (Bessert) statt. Danach wurde auf Nordfriedhof die Totenehrung vorgenommen, es folgte der große Zapfenstreich auf dem Vorplatz des Nord Bahnhofes. Im Festzelt begrüßte der Vorsitzende Norbert Ahlmann alle Anwesenden. Es folgte die Ehrung verdienter Schützen und Vereinsjubilare. Mit mit Tanz ging es weiter bis in den frühen Morgen. Am Sonntagmorgen, Frühschoppen mit Blasmusik. Auf dem Schulhof der Willy-Brandt- Gesamtschule fand am Nachmittag die Festparade mit allen eingeladenen Schützenvereinen statt. Anschließend großer Umzug durch den kalten Eigen. Am Abend folgte der große Festball der ganz im Zeichen unserer Majestät Ellen I. stand, denn "Sie" hatte nicht das "Handtuch" geworfen wie unser abgedankte König Wolfgang II. Frese. Nach dem Throntanz wurde bis in den Morgen gefeiert.

Am Montagmorgen wurde mit den Schützen gemeinsam gefrühstückt. Das Frühstück wurde wie beim letzten Schützenfest von den Kompanieführern Helmut Sandforth und Karlheinz Stein spendiert. Um 11.00 Uhr wurden die ersten Ehrengäste von unserem Vorsitzenden Norbert Ahlmann begrüßt. Oberbürgermeister Ernst Löchelt eröffnete das Vogelschießen mit einiger Verspätung, denn er war dienstlich verhindert, dafür blieb er aber bis der neue König feststand denn das folgende Schießen war so spannend.

Die erste Trophäe fiel mit dem 25. Schuss, Otto Schwab holte die Krone herunter. Es folgte mit dem 68. Schuss ging das Zepter an Karlheinz Stein, der Apfel mit dem 121. an Jürgen Begger, rechter Flügel Thorsten Schmitz 227. und linker Flügel mit dem 275. Schuss an Markus Kremer. Nach dem Erbsensuppe essen ging es zur Sache, sieben Schützen der 4. Kompanie hatten sich für den Königsschuss gemeldet. Bernhard Sackers, Friedhelm Sackers, Karlheinz Stein, Jochen Schellberg, Otto Schwab und Wolfgang Chrzibek. Alle gingen sofort an die Sache, denn jeder wollte Schützenkönig werden. So ein spannendes Vogelschießen gab es nach Auskunft der Zuschauer schon lange nicht mehr. Mit dem 310. Schuss fiel der klägliche Rest des eins so stolzen Vogels. Wolfgang Chrzibek war der glückliche Schütze und neuer Schützenkönig, vor lauter Freude hatte er Tränen in den Augen für die er sich aber nicht schäme musste. Aber noch spannender war es für die anwesenden Schützendamen, wer wohl seine auserwählte Schützenkönigin werden sollte. Das Erstaunen der Zuschauer war doch sehr groß, als der Vorsitzende Norbert Ahlmann, Bärbel I. (Schwab) bekannt gab. Nach der Inthronisierung ging es mit dem neuem Königspaar Wolfgang II. und Bärbel I. zur Willy-Brandt-Gesamtschule dort fand eine Königsparade statt. Mit einem etwas zu lang geratenen Umzug durch den warmen Eigen ging es wieder zum Festzelt. Die Strapazen des Umzuges war dann schnell vergessen, denn das neue Königspaar hatten durch ihren Adjutanten Erwin Urbaneck für reichlich Stärkung gesorgt. Aber von dem langen Marsch spricht man heute noch!!!

Es folgten die Ausmärsche im zu den Bürgerschützenvereinen Andreas Hofer, Lehmkuhle-Ebel und zu den befreundeten Schützenvereinen Marl-Frentrop und Gladbeck-Ellinghorst. Zum Jahresabschluss feierte das Königshaus mit der 4. Kompanie im Overbeckshof eine gelungene Weihnachtsfeier.

zum Seitenanfang

 

Anno 1999 - 2000

 

Es stehen Wahlen an. Bei der ersten und der dritten ändert sich kaum etwas. In der vierten Kompanie wird Herbert Preuthen sich nach 25 Jahren Arbeit als Kompanieführer aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellen. Er ist jetzt "nur noch" Ehrenkompanieführer und Ehrenmitglied des Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen und wird seinem Nachfolger Karlheinz Stein mit seiner ganzen Erfahrung zur Seite stehen.

 

Auch im Bataillon gibt es einen Wachwechsel. Peter Neises stellt nach 15 Jahren Vereinsvorsitz sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung. Die Versammlung bedauert dies zwar, aber sie wählt einstimmig Wunschkandidat Norbert Ahlmann zum Nachfolger. Auch Peter ist jetzt "nur noch" Ehrenoberst. Weil Otto Schwab jetzt Schatzmeister wird, rückt Harry Emrich als Geschäftsführer nach.

 

Ansonsten: Never Change a Winning Team.

 

Mit einem "Festauftakt nach Maß" und der 35. Königspatrone sichert sich gegen starke Konkurrenz Wolfgang I. Chrzibek die Königswürde 1999-2001.

Bärbel I. Schwab, Gattin des Mitbewerbers Otto Schwab, ist die neue Königin.

 

Im Jahr 2000 übergeht der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen sein 80 jähriges, aber die vierte feiert ihr 40 jähriges mit einem richtigen Fest. Nämlich mit einem Gottesdienst, Ehrungen, zünftiger Musik und fast 2000,00 DM Spende an die Pfarrgemeinde St. Pius. Hier gibt es seitdem den Platz der "4. Kompanie".

 

Beim ersten Bundesfest des Ortsschützenbundes erringt Harry I. Emrich die Königswürde. Seine Frau Ulrike I. ist die erste Königin aller Bottroper Schützen.

 

zum Seitenanfang

 

 

 

Anno 2001-2002

 

Erstmalig in der Vereinsgeschichte ermitteln die "Amazonen" der ersten ihre Schützenkönigin. Dagmar I. Lukosch holt den Titel mit dem 481. Schuss.

 

Die Herren sind diesmal etwas schneller. Mit Unterstützung von Dirk Kamyczek und Jürgen Heuselein schafft es Gerd I. Kühl durch den 361. Schuss die "richtige" Königswürde zu erringen. Seine Schützenkönigin ist seine Frau Ilona I.

 

Mit dem Schiesssport geht es erfreulich aufwärts. Unsere Mannschaften nehmen mit sehr großem Erfolg an den Rundenwettkämpfen der Stadtliga und an Wettbewerben des Ortsschützenbundes teil. Auch 2002 sind dank des enormen Trainingfleißes und besserer Waffen 98,99 oder auch 100 Ringe keine Seltenheit mehr.

 

Nach 15 Jahren tritt Alfred Schoppen vom Amt des Kompanieführers der Dritten zurück. Er übernimmt das Amt des Bataillonskommandeurs und wird Ehrenkompanieführerder 3. Kompanie. Jürgen Heuselein wird neuer Chef der Dritten. Im Bataillon stellt sich aus Gesundheitsgründen der langjährige zweite Vorsitzende Alfred Rehme nicht mehr zur Wahl. Nachfolger im Amt ist Otto Schwab, Geschäftsführer Dieter Maslanak, Schatzmeister Harry Emrich. Auch Sport- und Sozialwart Norbert Hassa stellt aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Für sein außergewöhnliches Engagement für das Schützenwesen und in Anerkennung seiner Verdienste wird er zum Hauptmann befördert. Nachfolger im Amt ist Hartmut Fähnrich.

 

zum Seitenanfang

 

 

Anno 2003-2004

 

Das traditionelle "Heddenhausen-Essen" der Dritten im Januar wird zu Ehren des Verstorbenen Bataillonskommandeur in Leo Kettler-Essen umbenannt.

Die Vorstände bleiben in Amt und Würden. Das 29. Schützenfest des Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen steht vor der Tür. 310 Schuss benötigen die Schützen für die Trophäen, weitere 207 Königspatronen und viel Zeit benötigen die Kandidaten Harry Emrich und Dieter Lischka bis Harry I. Emrich als neuer Schützenkönig feststeht. Seine Frau und neue Königin Ulrike I. nimmt es gelassen.

2004 nimmt der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen wieder erfolgreich an der Aktion "Bottrop putzt" teil.

Der Stadtmeister im Kleinkaliber aufgelegt heißt Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen I. Also nicht nur Erfolge mit Luftgewehr und -pistole.

Die Rheinbabenschule im Eigen wird 100 Jahre alt und wir besuchen zum wiederholten Mal die Panzerdivision 7 in Düsseldorf.

Die Vorstände sind durchgehend aktiv. Schließlich sind im Februar / März Neuwahlen und Pfingsten werden wir unser 30. Schützenfest feiern.

 

zum Seitenanfang

 

Anno 2005-2006

 

 

Ein großartiges Schützenfest das 30. des BSV Eigen endet mit dem 362. Schuss um 14.37 mit einer großen Überraschung. Kirm Jung ist der jüngste König im BSV. Mit Kathrin Bordan wird Kim 1. und Kathrin 1. als neues Königspaar gekrönt.

Die Erfolge im Luftgewehrschießen haben sich auf breiter Front gebessert. Die einzelnen Veranstaltungen der drei Kompanien wurden von den
Schützen sehr gut aufgenommen. Es waren immer Tage an denen die Damen froh und heiter das Tanzbein schwingen konnten.
 

zum Seitenanfang

 

 Anno 2007-2008

 

Auch 2007 nimmt der BSV Eigen wieder erfolgreich an der Aktion “Bottrop putzt“ teil.

Es wurde nun eifrig an der Vorbereitung des Festes, das am 26., 27. und 28. Mai zu Pfingsten 2007 statt fand, gearbeitet. Für den großen Einsatz erhoffen sich die Schützen einen freundlichen Wettergott. Und er war uns gnädig. Tolles Wetter und ein volles Zelt. Beim Vogelschießen holte sich: Michael Bessert die Krone, Thomas Schmitz den Zepter, Dirk Tegner den Apfel, Dieter Osadnik den rechten und Richard Aberbuch den linken Flügel. Den Rest des Vogels schoss Dirk Emrich ab. Als Königin nahm er seine Frau Manuela Emrich. Somit haben wir mit Dirk I. und Manuela I. Emrich ein neues Königspaar.

Bei den durchgeführten Neuwahlen in den Kompanien, sowie auch beim Bataillon, gab es keine Veränderungen. 

Am 8. November 2008 feierten wir im evangelischen Gemeindehaus unseren Königsball mir großer Beteiligung. Ein buntes Showpogramm und gutes Essen trugen zum Erfolg des Abens bei. 

zum Seitenanfang

 

Anno 2009-2010

Wie in jedem Jahr machten wir mit bei " Bottrop putzt".

Das Jahr 2009 brachte keine besonderen Veranstaltungen vom Bataillon, wir besuchten mit unserem Königshaus viele Schützenfeste und bereiteten uns auf das große Jubiläumsfest "Pfingsten 2010" vor.  

Nach 3 Jahren Planung, feiern wir im Zelt erst am Freitag, dem 21.Mai 2010 das 50jährige Bestehen unserer "vierten" Kompanie und dann vom 22. bis zum 24. Mai 2010 das 90jährige Bestehen des Bürgerschützenvereins Bottrop-Eigen 1920 e.V. Es waren tolle Tage. Nicht nur die Schützen, sondern die ganze Bevölkerung feierte mit.

Beim Vogelschießen sicherte sich die Krone: Otto Schwab, anschließend ging es weiter um die weiteren Trophäen. Die eigens zum Jubiläum angefertigte goldene 90 ging mit dem 40. Schuss an Thomas Schmitz, das Zepter holte Christian Vogel mit Schuss 109, CDU-Ratsherr Hermann Hirschfelder sicherte sich den Apfel (119) und Manfred Sorgatz den rechten Flügel mit Schuss 194. Es war also nur noch der linke Flügel am Vogel, ehe es in die wohlverdiente Mittagspause ging. Es dauerte bis zum 318. Schuss, ehe es dann Thorsten Polnik gelang sich den verbliebenen Flügel zu sichern. Dann schossen die Königsanwärter um die Nachfolge von Dirk I. Emrich und Manuela I. Emrich. Kurt Uecker, Ralf Waßmuth Karl-Heinz Stein und Klaus Schwitzgäbel traten an, um den Vogel abzuschießen. Schon nach kurzer Zeit stiegen Stein und Waßmuth aus, und Uecker und Schmitzgäbel kämpften um die Krone. Der 56. Königsschuss brachte den Vogel ins Wanken, fallen sollte er aber noch nicht. Mit 57. Schuss war dann jedoch alles vorbei. Klaus Schmitzgäbel krönte sich an seinem 50. Geburtstag mit dem insgesamt 375 Schuss zum König Klaus I. und besteigt gemeinsam mit seiner Frau Monika I. den Thron für die kommenden zwei Jahre.

Der Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen 1920 e.V. hat während des Schützenfestes eine ganz Reihe von Schützen für ihre Verdienste um den Verein oder ihre Treue zu dem Verein ausgezeichnet.

So wurden die folgenden Schützen für ihre 25-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt:

Franz-Ludwig Conrady, Robert Gebauer, Klaus Kessels, Peter Plewan Wer­ner Espey, Reinhard Hein, Werner Hüffer, Franz Kuczera, Peter Menningen, Kurt Patzelt, Manfred Schulz, Alois Schweer, Erwin Urbaneck, Klaus Wächter.

Nadel und Spange für ihre 40-jährige Mitgliedschaft erhielten:

Norbert Ahlmann, Helmut Sandforth, Erwin Zobel, Paul Canibol, Dieter Lohse, Josef Sackers, Ludwig Salm, Rudolf Wesselborg, Heinz Ehrenberg,

Ihre 50-jährige Vereinszugehörig­keit  feierten:
Herbert Preuthen, Norbert Hassa, Horst Schmitt und Willi Wortmann.

Verdienstorden erhielten:

Jürgen Bordan, Joachim ter Horst , Jürgen Diek, Günter Wedtke, Kurt Uecker, Wilhelm Kerkhoff. 

Die Vorbereitung für unser nächstes Bürgerschützenfest "Pfingsten 26.-28. Mai 2012" laufen auf Hochtouren.

 

 

Anno 2011-2013

 

Das Jahr 2011 begann mit den Jahreshauptversammlungen der Kompanien.

Bei der „ersten“ Kompanie stellte sich Hermut Sandforth nach 27 Jahren als Kompanieführer der „ersten“ nicht mehr zur Wahl. Er wurde für sein großes Schützenherz und seine aufopfernde Tätigkeit als Ehrenkompanieführer der 1. Kompanie ausgezeichnet.

Als neuer Kompanieführer der „ersten“ wurde Andreas Röse und sein Stellvertreter Michael Bessert gewählt.

Bei der „dritten“ blieb Jürgen Heuselein und sein Vertreter Jürgen Diek

Und bei der „vierten“ blieb es Ralf Wasmuth und sein Vertreter Marcus Krämer.

Im Bataillon gab es ein paar Veränderungen.

Als Vorsitzender wurde Norbert Ahlmann und als sein Stellvertreter wurde Otto Schwab wiedergewählt.

Geschäftsführer wurde Christian Vogel und Dirk Emrich sein Vertreter.

Harry Emrich wurde als Schatzmeister wiedergewählt und sein Vertreter wurde Michael Richter.

Als Bataillonskommandeur wurde Helmut Sandforth und als sein Vertreter Michael Bessert gewählt.

Innerhalb der Kompanien traf man sich zu vielen Veranstaltungen, wie in jedem Jahr. Da gab es Neujahrsempfänge, Ostereierschießen, Tanz in den Mai, Herrenabende, Eintagskönigsschießen, Weihnachtsfeiern und Ausflüge.

Bei der Vereinsmeisterschaft 2012 siegte Jürgen Bordan mit 100 Ringen,als Senior, beim Luftgewehrschießen und Holger Burow mit 68 Ringen als Junior.

Vereinsmeister mit der Luftpistole wurde bei den Senioren Theo Thesing mit 76 Ringen und Thomas Mayer mit 71 Ringen bei den Junioren.

Das Wanderschnurschießen gewann bei den Senioren Michael Bessert mit 100 Ringen und bei den Junioren Christian Vogel mit 79 Ringen.

Unser Bürgerschützenfest "Pfingsten  26.-28. Mai 2012"  war, wie immer, ein voller Erfolg.

Am Pfingstmontag, der Höhepunkt des Festes, wurde ein neuer König gesucht.

Unter Beteiligung von viele Ehrengäste und Zuschauern holte sich die Krone mit dem 33. Schuss der Schütze Karl-Heinz Tolksdorf.

Frank Czernitzky schoss das Zepter mit dem 67 Schuss ab.

Der Apfel ging mit dem 89. Schuss an Sascha König.

Den rechten Flügel holte sich mit dem 184. Schuss Michael Richter und den linken Flügel mit dem 314. Schuss Jürgen Schajor.

Zum Schluss blieben noch drei Aspiranten Alfred Schoppen, Klaus-Dieter König und Willy Wenner.

Aus diesem Duell ging Klaus-Dieter König mit der 64. Königspatrone als König hervor.

Zu seiner Schützenkönigin erwählte er Birgit Plieske .

An allen Tagen war das Zelt gut gefüllt und die Schützen feierten mit Ihren Damen und Freunden ein tolles Fest.

Nicht nur die Schützen aus dem Ortsschützenbund Bottrop feierten mit uns, sondern auch der Schützenverein Grafenwald. 90 Jahre hat es gedauert, bis wir zusammen feiern konnten, dass warten hat sich gelohnt. Viele Freundschaften sind entstanden und wir hoffen, dass wir noch viele Feste zusammen feiern können.

Im Jahre 2012/13 begleiteten wir unser Königspaar Dieter I. und Birgit I. zu viele Schützenfesten und Ausmärschen. 

Die Vorbereitungen laufen für das Bundesschützenfest 2014 des Ortsschützenbundes Bottrop,

von Pfingstsamstag, den 7. Juni 2014 bis Pfingstmontag, den 9. Juni 2014 auf dem Festplatz am "Bahnhof Nord", Brünerstr..

 

Anno 2014-2015

 

 

Das Jahr 2014 hat mit den Jahreshauptversammlungen der Kompanien angefangen. Hier wurde bei der 1. und 3. Kompanie die Kompanieführer Andreas Röse und Jürgen Heuselein wiedergewählt. Die Stellvertreter sind Michael Bessert und Patrik Schoppen.

Bei der 4. gab es einen Wechsel, Klaus  Schwitzgäbel wurde zum neuen Kompanieführer und Karlheinz Stein zum Stellvertreter gewählt.

Ende März fand dann die Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins statt.

Otto Schwab stellte sich nach 30 Jahre Vorstandarbeit nicht mehr zu Wahl, als 2. Vorsitzender, nicht mehr zur Verfügung. Die Versammlung bedauerte es sehr und ernannte Otto, für seine Verdienste, zum Ehrenoberst. Außerdem wurde er dafür, auf unserem Schützenfest Pfingsten 2014, mit dem  Westfalenstern an der Lippischen Rose des Westfälischen Schützenbundes ausgezeichnet.

Zum neuen 2. Vorsitzenden wurde Helmut Sandforth einstimmig gewählt.

Der restliche Vorstand wurde auch einstimmig wiedergewählt, sodass der Vorstand aus:

Norbert Ahlmann (Vorsitzender), Helmut Sandforth (2. Vorsitzender), Christian Vogel (Geschäftsführer), Harry Emrich (Schatzmeister), sowie Andreas Röse, Jürgen Heuselein und Klaus Schwitzgäbel (alle Kompanieführer) bestehen.

Natürlich nahmen wir wieder an „Bottrop putzt“ teil und dass zum 12. Mal.

Höhepunkt des Schützenjahres 2014 war natürlich unser Schützenfest „Pfingsten“, das das Bundesschützenfest 2014 war.

Bei großer Hitze wurde der Vogel zerrupft.

Die Krone ging an Michael Bessert, das  Zepter an Andreas Insel, der Apfel an Harald Theissl, rechter Flügel an Dieter Lohse und den linken Flügel schoss Manfred Brenk ab.

Den Rest des Vogels versuchten dann Klaus Schwitzgäbel, Alfred Schoppen, Dirk Emrich und Harry Emrich abzuschießen.

Mit dem 297. Schuss gelang dieses Harry Emrich zum 2. Mal, nach 10 Jahren. Er regiert mit seiner Frau Ulrike den BSV-Bottrop-Eigen, bis zum nächsten Schützenfest 2017, als Harry I. und Ulrike I. Emrich.

Am Abend des Pfingstmontages nahm das Fest je ein Ende, da ein Gewittersturm mit Orkanböen von über 140 Kilometer pro Stunde über uns hinwegraste. Das Zelt hielt und verletzt wurde niemand. Der Sturm hinterließ größere Schäden als KYRILL.  Auf Straße und Schiene ging im Ruhrgebiet tagelang kaum etwas.

Vereinsmeister 2014 wurden:

Luftgewehr Senioren Michael Bessert und Junioren Christian Vogel

Luftpistole Senioren Jürgen Bordan und Junioren Christian Vogel

Die Wanderschnur errang bei den Senioren Jürgen Bordan und bei den Junioren Christian Vogel.

Der 25.08.2014 war ein schwarzer Tag für den Bürgerschützenverein Bottrop-Eigen 1920 e.V., denn da verstarb plötzlich und unerwartet unser 2. Vorsitzender und Ehrenkompanieführer der „ersten“ Helmut Sandforth im Alter von 66 Jahren. Eine große Lücke hinterließ Helmut.

Otto Schwab übernahm wieder das Amt bis zu der nächsten Jahreshauptversammlung  im März 2015. Da wurde dann von der Versammlung Andreas Röse zum 2. Vorsitzenden gewählt. Michael Bessert wurde Bataillonskommandeur und Peter Vogel sein Stellvertreter.

Auch bei der „dritten“ Kompanie wurde ein neuer Kompanieführer gewählt. Jürgen Heuselein war zurückgetreten und Dirk Gattnar wurde zum Kompanieführer der „dritten“ gewählt.

Jürgen Heuselein wurde auf Grund seiner Verdienste im Verein zum „Ehrenkompanieführer“ der 3. Kompanie ernannt.

Natürlich, wie immer waren wir bei „Bottrop putzt“ dabei. Die BEST hat darüber sogar ein Video gedreht.

 

Mit unserem Königspaar Harry I. und Ulrike I. besuchten wir viele Schützenfeste im Ortsschützenbund und darüber hinaus. 

 

 

 

Anno 2015-2016

 

Bei den Kompanieversammlungen 2015 gab es bei  unserer  dritten  Kompanie  einige Veränderungen.  Jürgen Heuselein trat zurück und wurde für seine Verdienste zum „Ehrenkompanieführer der Dritten“ ernannt.  Dirk  Gattner wurde zum neuen Kompanieführer  sowie Patrick Schoppen zu seinem Stellvertreter.

Bei der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins mussten wir unseren 2. Vorsitzenden,  aufgrund des plötzlichen Todes von Helmut Sandforth neu wählen. Als  Nachfolger  für Helmut    wurde  Andreas Röse gewählt.

Wie auch  im  letzten  Jahr  haben  wir in diesem Jahr, wieder  an  der Aktion „Bottrop  Putzt“  teilgenommen  und das schon ununterbrochen seid 14 Jahren.

 

Zum Auftakt des Jahres 2016 haben wir einen Gemeinsamen Neujahrsempfang unter der

Leitung der ersten Kompanie im Cottage für alle Schützen des Ortsschützenbundes Bottrop veranstaltet. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und wir werden dieses als festen Punkt in unserem Vereinsleben verankern.

Bei den Kompanieversammlungen gab es erneut Veränderungen.

Manfred Sorgatz wurde zum neuen stellv. Kompanieführer der 3 Kompanie und Karlheinz Stein zum neuen Kompanieführer der 4 Kompanie gewählt. Sein Stellvertreter wurde Dirk Emrich.

 

Im August 2016 ereilt uns schon wieder einem schwarzen Tag in unserem Vereinsleben.

Unser  2. Vorsitzender  und  Kompanieführer  der  1. Kompanie  Andreas Röse  ist nach kurzer, schwerer  Krankheit  im Alter von 45 Jahren unerwartet  verstorben.  Wieder eine Lücke die schwer zu schließen ist. 

Aktualisiert ( Donnerstag, 16. Februar 2017 um 16:10 )